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Autor Thema: TV-Tipp - Auf deutschen Spuren in Siebenbürgen
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 14 erstellt am: 18. März 2003 10:00      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Eine der besten Darstellungen Siebenbürgens, aus dem Jahre 1998, wird wieder mal ausgestrahlt:

SR/SWR, Mittwoch, 19. März, 21.00-21.45, Reisereportage
Reisewege - Auf deutschen Spuren in Siebenbürgen
Dazu bietet der Saarländische Rundfunk folgende Hintergrundinformationen:
Die Rumänen nennen das von den Karpaten umschlossene Land Transsylvanien. Es war durch Jahrhunderte die Heimat der Siebenbürger Sachsen, sie prägten das Land in weiten Teilen mit ihrer Kultur, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg immer weiter aufgelöst hat. Die Siebenbürger Sachsen waren gar keine Sachsen. Die ersten Siedler kamen von Mosel und Rhein, aus dem heutigen Luxemburg und Lothringen. Ein "Goldener Freibrief" des ungarischen Königs verschaffte deutschen Siedlern persönliche Freiheiten und Selbstverwaltung, die sie als Bauern in ihrer Heimat nicht gekannt hatten. "Königsland" wurde ihnen überlassen, das aus fruchtbarstem Boden bestand. Der "Reiseweg" folgt der Geschichte ihrer Dörfer und Städte: Mongolenstürme, Tatarenfeldzüge, Türkenkriege sind darüber hinweggegangen. In der ständigen Bedrohung entwickelten die Siebenbürger Sachsen eine einmalige Architektur, ihre Wehrburgen. Sie boten der ganzen Dorfgemeinschaft Schutz während der Überfälle. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten die Siebenbürger Sachsen eine eigenständige Kultur, ein selbstbewusstes Bürgertum entstand, das den Städten Klausenburg, Hermannstadt, Kronstadt und Schäßburg zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte verhalf. Die Geschichte der Sachsen in Siebenbürgen ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Der Film geht auch der Frage nach, wie es dazu kommen konnte und warum immer mehr Sachsen nach dem Zweiten Weltkrieg zurückließen, was sie durch Jahrhunderte geschaffen hatten.

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Lothar Klein
Mitglied
Benutzer # 253

Icon 1 erstellt am: 20. März 2003 21:02      Ansicht des Profils von Lothar Klein   Senden Sie eine eMail an Lothar Klein   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Günther,
zunächst mal Danke für den TV-Tipp.

Ich habe mir die Sendung angesehen.
Für mich waren vor allem die Bildaufnahmen der einzelnen Orte, nach denen hier in Drabenderhöhe die Straßen benannt wurden, interessant. Zumal ich diese Städte in natura noch nie gesehen habe.So kann man sich ein Bild von dem machen, was die Siebenbürgen, die nach Deutschland, speziell Drabenderhöhe gezogen sind, verlassen haben.
Etwas spärlich fand ich dagegen die historischen Hintergrundinformationen und Daten. Da war für mich eigentlich wenig neues dabei. Da hatte ich mir etwas mehr von versprochen.
Interssant waren die Interviews mit den in Siebenbürgen zurückgebliebenen Deutschen. Bei mir kam da der Eindruck auf, als wenn die Zurückgebliebenen wenig Verständnis für die Weggezogenen hatten. Letzteren wurde der Verfall der alten Städte und Wehrburgen vorgeworfen. Diese Arbeitskräfte fehlen heute in Siebenbürgen. Hier wäre es schön gewesen, wenn man auch die Weggezogenen mal zu deren Beweggründen befragt hätte. Insbesondere diejenigen, die noch nach der Wende ausgezogen sind. Dies hätte zu einer ausgewogeneren Berichterstattung beigetragen. Hier hat meiner Meinung nach die Redaktion etwas versäumt. Alles in allem aber eine interessante und sehenswerte Sendung.

Beiträge: 143 | Registriert seit: Jul 2002  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 14 erstellt am: 20. März 2003 22:58      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ich danke euch für die Info's. Leider war ich an diesem Abend nicht zu Hause, doch freue ich mich, hier davon zu lesen [Lächeln]
Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Christian
Administrator
Benutzer # 3

Icon 5 erstellt am: 21. März 2003 07:46      Ansicht des Profils von Christian   Senden Sie eine eMail an Christian   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hat einer von euch die Sendung aufgezeichnet?
Beiträge: 342 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Dirk
Mitglied
Benutzer # 73

Icon 1 erstellt am: 21. März 2003 07:48      Ansicht des Profils von Dirk   Senden Sie eine eMail an Dirk   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Leider habe ich es auch nicht sehen können, jedoch hätte ich es wirklich gerne gesehen. Gibt es davon eine Videoaufnahme ( Günni ich denke dabei an dich ), dann würde ich mir das Versäumte gerne nachholen.
Beiträge: 1462 | Registriert seit: Okt 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 7 erstellt am: 21. März 2003 08:06      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ja, ich habe die Sendung aufgezeichnet, ihr könnt euch das Video bei mir ausleihen [Lächeln]

[ 21. März 2003, 08:07: Beitrag editiert von: Günther ]

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Dirk
Mitglied
Benutzer # 73

Icon 1 erstellt am: 21. März 2003 08:24      Ansicht des Profils von Dirk   Senden Sie eine eMail an Dirk   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Schön Günni, auf dich kann man sich doch verlassen. @ Chriss, ich laß dir den Vortritt und wenn du es dir angesehen hast sagst du mir einfach Bescheid, ich komme es mir holen.
[Winken]

Beiträge: 1462 | Registriert seit: Okt 2001  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 10 erstellt am: 28. März 2003 22:11      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Heute abend habe ich mir den Film auch angesehen. Zitat unseres Jüngsten: "Da ist es aber schön." Zugegeben, mich haben die Landschaftsaufnahmen auch beeindruckt.

Über die Wehrburgen und die Dörfer wurde erzählt, dass auch in Rumänien sich die Siebenbürger ihre Identität bewahren wollten. Selbst Mischehen oder Freundschaften zu anderen Nationalitäten waren zum Beispiel in Hermannstadt, heute Sibiu, nicht erlaubt.
Es gab eine strenge Ordnung, die Gemeinschaft beobachtete das Verhalten jedes einzelnen.
In der Kirche zum Beispiel hatte jeder einen eigenen Sitzplatz und wenn jemand verstorben war, so konnte man aufrücken.

Mit der Auswanderung und Familienzusammenführung begann die lange Geschichte der Siebenbürger Sachsen zu bröckeln. Vieles verfällt, aber es gibt auch einige Rumänen, die das 'Kulturerbe' (die historischen Bauten) erkannt haben und versuchen, diese zu erhalten.

Das sind die Punkte, die mir auf Anhieb im Gedächtnis geblieben sind. Ich werde mir den Film jedoch nochmal anschauen.

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 2 erstellt am: 29. März 2003 13:32      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Die Auswanderung der Siebenbürger wurde in dem Film nicht als "Vertreibung" dargestellt, so wie man es hier in Drabenderhöhe oft hört.

Vielmehr erklärte man die Auswanderung so: Mit Beginn des Krieges wurden siebenbürgische Bürger nach Deutschland und Österreich entsandt. Diese sind dann dort geblieben und haben nach und nach ihre Familien nachgeholt = Familienzusammenführung.
Deshalb auch das Unverständnis der Dortgebliebenen.

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 1 erstellt am: 30. März 2003 12:28      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Birgit:
...
Über die Wehrburgen und die Dörfer wurde erzählt, dass auch in Rumänien sich die Siebenbürger ihre Identität bewahren wollten. Selbst Mischehen oder Freundschaften zu anderen Nationalitäten waren zum Beispiel in Hermannstadt, heute Sibiu, nicht erlaubt.
Es gab eine strenge Ordnung, die Gemeinschaft beobachtete das Verhalten jedes einzelnen.
In der Kirche zum Beispiel hatte jeder einen eigenen Sitzplatz und wenn jemand verstorben war, so konnte man aufrücken...

Wegen der vielen Überfälle und der Angst davor sah man nur die Isolierung und Ablehnung alles Fremden als Überlebenschance.

Innerhalb der Gemeinschaft gab es Vorsteher, die präzise bis ins kleinste Detail anordneten, wer, wo, wann und was gearbeitet werden musste.
Selbst im Privatleben waren Zwistigkeiten (auch in der Ehe) anzeigepflichtig.

Die totale Unterordnung innerhalb der Gemeinschaft brachte Überlegenheitsgefühle gegenüber den ärmeren Rumänen und Ungarn hervor.

-----------------------------------

So, meine Lieben [Lächeln] Mehr möchte ich zu diesem Film nicht mehr sagen. Vieles ist für mich jetzt verständlicher geworden.

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Oma
Mitglied
Benutzer # 368

Icon 1 erstellt am: 30. März 2003 17:04      Ansicht des Profils von Oma     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Arme Birgit!
Du machst Dir soviel Arbeit und investierst Zeit und Gedanken, liest, schaust Videos um die Siebenbürger besser zu verstehen. Ihre Kultur, ihre Hierarchien, die strenge Ordnung - das ist ja (mir) alles unsympathisch.
Wenngleich man auch immer sicher weiß, wo man dran ist und das hat auch was! Alles schön einfach, oben und unten!

Man spürt aber deutlich, daß Du dich mit den Betroffenen darüber austauschen willst. Daß wenigstens ein bißchen was zurückkommt.
Aber alles, was man erntet, ist Schweigen.
Schweigen, Schweigen, Schweigen.
Langsam fühlt es sich so an, als wäre der Graben wirklich zu tief, oder das Mißtrauen zu groß.
Aber warum eigentlich?
Haben die alle ihre Aufseher mitgebracht nach Drabenderhöhe? Oder sie so verinnerlicht, daß sie selbst ihre eigenen Aufpasser sind, gedrückt von einem übergroßen, überschweren Rumänen-Freud´schen Über-Ich?
Das Resultat eine ewige Versteifung?

Freunde, es passiert doch nix!
Es ist doch reines Interesse!

Aber wer nicht will, der hat vielleicht schon.

Oma

Beiträge: 128 | Registriert seit: Nov 2002  |  IP: gespeichert
Lothar Klein
Mitglied
Benutzer # 253

Icon 1 erstellt am: 31. März 2003 21:36      Ansicht des Profils von Lothar Klein   Senden Sie eine eMail an Lothar Klein   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Liebe Oma,
Du hast den Nagel voll auf den Punkt getroffen.
Besser hätte man das Seelenleben beider Seiten nicht darlegen können.
Mir tut die junge und mittlere Generation der Siebenbürger jedenfalls leid. Erwachsen, aber dennoch so eingeengt.
Aber Oma: das ändert sich !! Die Mauer ist auch gebrochen. Und das Eis wird noch brechen.

Viele Grüße an alle, insbesondere an alle Sibis.
P.S.: auch ich will euch nichts und meine es nur gut mit euch.
Lothar

Beiträge: 143 | Registriert seit: Jul 2002  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 1 erstellt am: 24. Juli 2003 22:02      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Auch dieses hier von Johann Lauer ist interessant zu lesen:

...Im Unterschied zu der überwiegenden Mehrheit aller anderen Deutschen in Ost- und Südosteuropa wurden die Siebenbürger Sachsen nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihren jahrhundertelangen Siedlungsgebieten nicht vertrieben...

...Die überwiegende Mehrheit hat auf eigenen Entschluss die Heimat verlassen...

...Damit man die Aussiedlungsmotive verstehen bzw. die Aussiedlung von Deutschen aus Osteuropa in die Bundesrepublik erklären kann, müssen erstens die Ursachen der Auswanderung (push-Faktoren), in diesem Fall aus Siebenbürgen, und zweitens die Anziehungskräfte (pull-Faktoren) in der Bundesrepublik Deutschland erörtert werden.

Folgende Thesen sollen begründet werden: Die wichtigsten Faktoren, die den Massenexodus verursachten, sind jahrzehntelange Deklassierung im Herkunftsgebiet unabhängig vom gerade herrschenden politischen System sowie die Gefahr des Identitätsverlustes; und: Die Bundesrepublik ist ein Fluchtort, wo genau diese drückenden Nachteile fehlen und eine gute Integration möglich ist.

Quelle: http://www.siebenbuerger-sachsen-bw.de/buch/sachsen/9.htm

[ 24. Juli 2003, 22:06: Beitrag editiert von: Birgit ]

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 1 erstellt am: 25. Juli 2003 11:53      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Birgit:
...Im Unterschied zu der überwiegenden Mehrheit aller anderen Deutschen in Ost- und Südosteuropa wurden die Siebenbürger Sachsen nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihren jahrhundertelangen Siedlungsgebieten nicht vertrieben...

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden schlagartig alle arbeitsfähigen sächsischen Männer und Frauen in Haft genommen und in die Sowjetunion verschleppt (ca. 30 000 Siebenbürger Sachsen), jahrelang mussten sie unter menschenunwürdigen Zuständen in Russland arbeiten, 15% der Verschleppten kamen dabei ums Leben...

Für die Zurückgebliebenen begannen Jahre der Enteignung, Entrechtung und Diskriminierung...

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert


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