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Seiten: 1  2 
 
Autor Thema: Bildung
Lothar Klein
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 26. Dezember 2001 00:47            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
wer ist schuld an der Bildungsmisere ?
Über dieses Thema könnte man ein ganzes Buch schreiben. Was mich interessiert ist, welche
Erfahrungen habt ihr im Kindergarten, in der
Grundschule ? Hacken wir Erwachsene nicht
zuviel auf den Kindern rum ? Geht es letztendlich nicht nur darum, dass die Defizite der Lehrer auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden? Müssen die Kinder
deshalb "funktionieren", wie es die "Erwachsenen" gerne hätten ? Müßte man nicht eher die Erwachsenen umerziehen ?
Wie wäre es, wenn die Lehrer sich auch mal
so engagieren würden, wie dies andere
Berufsgruppen auch tun ?

IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 1 erstellt am: 26. Dezember 2001 10:48      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Lothar Klein:
Wie wäre es, wenn die Lehrer sich auch mal
so engagieren würden, wie dies andere
Berufsgruppen auch tun ?

Hallo Lothar,
ich denke in erster Linie sollten wir Eltern uns mal engagieren, es ist ziemlich einfach (zu einfach) die Bildungsmisere allein an den Lehrern festmachen zu wollen. Es ist nicht gerade fair ihnen den schwarzen Peter zuzuschieben. Aber du hast wohl recht, darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben, das Thema ist extrem facettenreich.
Ich selbst habe noch keine Erfahrungen mit dem Kindergarten und der Grundschule gemacht, meine beiden Söhne sind noch zu jung, der ältere kommt aber nächstes Jahr in den Kindergarten und ich wünsche mir, dass er Gruppenerfahrungen sammelt und lernt mit anderen klarzukommen. Von der Schule würde ich mir wünschen, dass Sie Begeisterung für Themen vermitteln kann, damit das lernen Spaß macht und man es nicht als Belastung empfindet.

Wie sehen das die anderen?
Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?
Würde mich auch interessieren...

Gruß,
Günther


Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 7 erstellt am: 26. Dezember 2001 21:13      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Lothar Klein:
...Geht es letztendlich nicht nur darum, dass die Defizite der Lehrer auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden? Müssen die Kinder deshalb "funktionieren", wie es die "Erwachsenen" gerne hätten ? ...

Hallo Lothar,

nein, die Kinder müssen nicht so funktionieren, wie es die Erwachsenen gerne hätten.

Wir als Eltern sind in erster Linie gefragt, wir müssen den Kindern zeigen, was sie dürfen und was nicht, sie für eine Sache begeistern, ihre Stärken und Schwächen herausfinden und dementsprechend fördern.

Das können wir nicht so einfach auf die Kindergärtnerinnen oder Lehrer abwälzen, denn wir kennen unsere Kinder besser.
Ein Zusammenspiel der Eltern mit den Pädagogen ist äußerst wichtig.

So ist es auch in meiner Familie. Wir haben ein sehr aktives Kind, welches auch schonmal Dummheiten anstellt.
Da ist es wichtig, dass die Kommunikation zwischen allen stimmt - Eltern, Kind, Lehrer.

Leider ist es in vielen Fällen noch so, dass die Eltern die Lehrer für Fehlverhalten ihrer Kinder verantwortlich machen - doch meiner Meinung nach muss das Elternhaus in erster Linie die richtige Richtung anzeigen.



Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Lothar
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 26. Dezember 2001 22:45            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Günther, hallo Birgit,

vielen Dank für eure schnelle Rückantwort.
Birgit stimme ich voll und ganz zu; bei Günther höre ich das Beleidigtsein bzw den
Schutz des Lehrerstandes heraus. (Ist bei
seiner Frau ja auch nicht verwunderlich, oder ?).
Mit diesen Reaktionen habe ich aber gerechnet. Ohne Kritik an den Lehrern kann
die Bildungsmisere aber nicht behoben werden.
Selbstkritik ist nun mal die beste Kritik.
Worum es mir im besonderen geht:
wir haben auch 2 Kinder. Die Tochter ist 4,
der Junge 5. Wenn alles nach Plan läuft oder besser gesagt, gut geht, wird er nächstes Jahr eingeschult. Der Junge ist hochintelligent, sehr aufgeweckt und interessiert sich für alles. Er hat eine
Auffassungsgabe, die mich als Akademiker echt vom Hocker haut. Die Regine kennt ihn übrigens aus dem Flötenunterricht.
Er ist aktiv und ein echter Lausbub. Und hier
fangen unsere Befürchtungen an. Wir haben den
Eindruck, dass die Kinder heute auf eine
bestimmte Norm zugeschnitten sein sollen. Sie dürfen nicht zu aktiv, aber auch nicht zu ruhig sein. Dann ist schon von Verhaltensauffälligkeiten die Rede, die Ärzte
verschiedener Coleur auf den Plan rufen soll.
Die Schulen wünschen sich Schüler, die ruhig
sitzen, brav sind und keine Dummheiten machen.Anderenfalls ist die Einschulung gefährdet; der sog. Vorschulkindergarten, der ja auch seine Daseinsberechtigung haben muss,ruft. Für uns wäre es eine Katastrophe, wenn es so weit kommen würde. Unser Junge
kann mit 5 das Alphabet, er kann seinen Namen
schreiben und fast bis hundert zählen. In der
Schule dürfte er unterfordert sein. Aber dem
Lehrer geht es nur darum, seinen "Stoff"
durchzukriegen. Er kann sich nicht um den einzelnen Schüler kümmern. Nur warum war dies
früher möglich ? Da waren die Klassen genauso
groß wie heute (ich bin Jahrgang 1961).

Im übrigen Birgit, gebe ich Dir vollkommen recht, dass die Erziehung Sache der Eltern ist. Deshalb sperre ich mich auch gegen Ganztagsschulen, solange dies keine Schulen sind, sondern nur einen Kinderparkplatz darstellen. Aber viele Eltern wollen es leider so.
Man braucht sich ja nur im Ort umzuschauen. Da gibt es kinder, die werden morgens aus dem Haus gejagt und abends im dunkeln wieder
reingeholt. Dies ist unstreitig auch eine
Ursache der Bildungsmisere.
So das wärs zunächst mal. Die erste Ausgabe war besser gelungen, aber da kam der Schnitt
von T-online.


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Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 7 erstellt am: 27. Dezember 2001 00:34      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Lothar:
bei Günther höre ich das Beleidigtsein bzw den
Schutz des Lehrerstandes heraus. (Ist bei
seiner Frau ja auch nicht verwunderlich, oder ?).


Hallo Lothar,
du scheinst mich zu verwechseln
Es ist aber bei dieser Anhäufung von Melzern in Drabenderhöhe auch gar nicht mal so leicht den Überblick zu behalten
Also meine Frau ist keine Lehrerin und beleidigt bin ich keineswegs.
Es war halt einfach nur meine Meinung zum Thema. Ich möchte die Lehrer natürlich nicht ganz frei sprechen von ihrer Verantwortung, sicherlich haben sie auch eine Verantwortung unseren Kindern gegenüber zu tragen und sicherlich gibt es gute und weniger gute Lehrer.

Zitat:
Die Schulen wünschen sich Schüler, die ruhig
sitzen, brav sind und keine Dummheiten machen.

hmm, nach allem was ich bisher gehört habe, soll es in unserer Schule genau so aber gerade nicht zugehen

Wär schön, wenn die ein oder anderere Lehrerin sich mal hier zu diesem Thema äussern würde

Gruß,
Günther


Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 2 erstellt am: 02. Januar 2002 14:39      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Spiegel Online

ZITAT DES TAGES

Die Lehrer schlagen zurück

Der Vorwurf, die Lehrer seien schuld an den verheerenden Ergebnissen der Pisa-Studie, bringt Josef Kraus auf die Palme - nun kontert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und geht mit den Eltern hart ins Gericht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,175019,00.html

Dort gibt es auch weiterführende Links zum Thema...

Gruß,
Günther


Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Regine
Mitglied
Benutzer # 83

Icon 10 erstellt am: 02. Januar 2002 17:10      Ansicht des Profils von Regine   Senden Sie eine eMail an Regine   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Ihr!
Hier meldet sich nun eine Lehrerin. Ich bin in der glücklichen Lage nur Kinder zu unterrichten die es auch wirklich wollen. Meine Aufgabe ist es, Kinder für die Musik zu begeistern. Es fällt natürlich nicht bei allen Kindern gleich leicht. Ich gebe mir natürlich Mühe. Im Dezember hat sich eine Schülerin von mir verabschiedet die ich 15 Jahre unterrichtet habe. Sie hat im Kindergarten mit Musikalischer Früherziehung begonnen, danach Blockflöte, Keyboard und Klavier gespielt. Es hat sich eine tolle Freudschaft entwickelt. Das kann ich mir als Lehrer von jedem Schüler nur wünschen. Es läuft aber nicht immer so. Manche merken erst wenn es richtig ans Üben geht, daß Musik doch nicht ihr Ding ist.
Nun zu der Lehrern in den allgemeibildenden Schulen kann ich nur sagen, daß sie es wirklich nicht leicht haben. Es gibt natürlich Kinder die sich sehr gut anpassen und noch Respekt vor dem Lehrer haben. Es gibt aber in jeder Klasse auch Kinder die "aus dem Ramen fallen" und die den Lehrern, aber auch der ganzen Klasse Schwierigkeiten machen. Für diese Kinder die richtige Methode zu finden ist oft nicht einfach. Die Lehrer stoßen oft auf Unverständnis bei den Eltern. Ich kenne da so einige Beispiele aber für heute muß ich Schluß machen, da ich mich aus dem Urlaub melde und meine Internet-zeit ist nun um.
Bis bald

------------------
RM


Beiträge: 91 | Registriert seit: Nov 2001  |  IP: gespeichert
Lothar
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 04. Januar 2002 21:53            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Günther, hallo Regine

die Äußerungen des Herrn Kraus sind bekannt. Was soll der Herr denn auch sonst sagen ? Er repräsentiert ja auch den Lehrerverband. Interessant ist in diesem Zusammenhang eigentlich nur, dass ausgerechnet der "Spiegel" so ausführlich darauf eingeht. Herr Kraus weiss schon, warum er sich im Spiegel äußert. Schließlich ist dies die Fachliteratur der Lehrer. Zeit muss man haben.
In der Sache hat er natürlich insofern recht, als die Eltern in hohem Maße mitschuldig sind. (Dazu demnächst mehr, wenn die Diskussion so weit ist). Nur was bringen
gegenseitige Schuldzuweisungen. Die Lehrer zeigen mit dem Finger auf die Eltern; die Eltern auf die Lehrer. Erreicht wird dadurch gar nichts. Leidtragende dieser Praxis sind die Kinder. Die sollen dann auch noch schuld sein.
Es trifft immer die, die am unteren Glied der Hierarchie stehen. Verfolgt man die Diskussion, so fällt auf, dass Reformen nur an den Grundschulen erfolgen sollen. Erstkläßler sollen Englisch lernen. Welch ein Schwachsinn !! Damit ist das Problem dann gelöst (meint Frau Behler). Ganztagsschulen als Parkplatz werden als Allheilmittel genannt. Blödsinn ! Hierdurch werden die Kinder nur noch mehr vereinsamt.
Die persönliche Fürsorge obliegt den Eltern und nicht dem Staat oder der Schule. Und so soll es auch bleiben.
Wenn es hier um das Lehrerpersonal geht, so müssen Veränderungen beim Personal in den Sekundarstufen erfolgen und nicht in den Grundschulen. An den Grundschulen gibt es mit Sicherheit noch kinderliebe Pädagogen, die sich mit vollem Idealismus ihrer Sache widmen. Ich habe aber die Befürchtung, dass auf der Sekundarstufe zu viele Lehrer der 68er Generation rumlaufen. Wenn wie vor Jahren geschehen, ein Lehrer seinen Unterstufenschülern sagt: Ich bin der Harry. Ihr könnt mich ruhig dutzen",wie soll da Respekt entstehen ? Wenn Lehrer während der Unterrichtszeit demonstrieren, um auf ihre vermeintliche Überlastung aufmerksam zu machen, wie sollen dann den Schülern Werte wie Leistungsbereitschaft, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewußtsein beigebracht werden ? Wenn in einem Kommunalparlament ein Arzt körperlich von Lehrern, die gleichzeitig Ratsmitglied sind, angegriffen wird, nur weil er über Mißstände an der Hauptschule, die er in seiner Praxis erfahren hat, berichtet, muss die Frage erlaubt sein, ob diese Personen den Schülern soziales Verhalten beibringen können ?
Das gleiche gilt für ehemalige Berufsdemonstranten der 68er Generation, die sich die antiautoritäre Erziehung auf die Fahne geschrieben haben. Nun kommen diese Personen mit ihren eigenen "Früchten" nicht mehr klar. Nur ein Geflecht aus Verbindungen, Beziehungen und Geklüngel vom Ministerium bis in die Schulen läßt diese Personengruppe bei der jetzigen Diskussion ungeschoren. Stattdessen wird der Druck nach unten an die Grundschulen und die kindergärten weitergegeben. Hier müssen Eltern, Lehrer der Grundschulen und die Kinder an einem Strang ziehen.


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Lothar
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 06. Januar 2002 22:00            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Alle.

noch eine Ergänzung:
als ich zu meiner Studienzeit an der Uni köln Mitte der 80er über einen Bekannten mal der PH in Köln einen Besuch abstattete, traf mich ein Kulturschock. Erwähnt sei nur, die vollständige Graphiti-Bemalung der äußeren Fassade. Das Bemalen öffentlicher Gebäude ist strafrechtlich eine Sachbeschädigung.
Nur mal eine Anmerkung: wer mit 25 Jahren noch Graphitis sprüht, dem muss man die Legitimation unseren Kindern soziales Verhalten zu verordnen, absprechen. Das gleiche gilt für die (zahlreichen) Lehrer, die sich in diesem Alter von der Polizei von Straßenbahnschienen haben wegtragen lassen. Ausgerechnet diese Personen wollen unseren Kindern erzählen, wie sie sich zu verhalten haben ! Unglaublich !
Ein weiterer Punkt: Respekt kann nur der erwarten, der andere Menschen selbst mit Respekt behandelt.
Viele der heutigen Lehrer sollten da mal in ihrer Vergangenheit herumkrahmen.


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ggs Drabenderhoehe
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 14. Januar 2002 13:20            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Sehr geehrter Herr Klein,
ich begrüße es, dass sie sich ernsthafte Gedanken, die Zukunft und die Schulbildung Ihrer Kinder betreffend, machen. Es ist gut zu wissen, dass aufgrund der PISA Studie endlich auch die Bildung wieder einen höheren Stellenwert in der Diskussion gefunden hat. Traurig stimmen mich allerdings die Pauschaläußerungen über das Lehrerdasein. Wie wäre es, wenn Sie uns mal besuchen und das Schülerdasein an Ort und Stelle kennen lernen oder versuchen mit uns ins Gespräch zu kommen. Unsere Sprechzeiten können Sie jederzeit im Sekretariat erfragen. Es lohnt sich auch mit betroffenen Eltern zu sprechen, auch mit Eltern vorzeitig eingeschulter Kinder. Die Erzieherinnen Ihrer Kinder helfen Ihnen da bestimmt weiter. Als Literatur empfehle ich Ihnen unser Schulprogramm, denn darin erfahren Sie sehr viel über unser Schulleben. W. Fleischer (Konrektorin)

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Lothar
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 17. Januar 2002 22:05            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Sehr geehrte Frau Fleischer,

vielen Dank für Ihren Beitrag.
Bei dieser Diskussion lassen sich Pauschaläußerungen leider nicht vermeiden.
Es ist -auch bei den Äußerungen des Herrn Kraus- immer von "den Eltern", "den Lehrern",
"den Politikern" die Rede. Ich denke, dass jeder weiss, dass dies so pauschal nicht gemeint ist. Ich habe versucht, die Grundschule weitestgehend aus der Schußlinie zu ziehen, wobei ich dann leider wieder feststellen muss, dass unser Herr Bundespräsident gerade die Grundschule ins Visier nimmt. Ausgerechnet jener Herr Rau, der 20 Jahre lang MP von NRW war und folglich die Misere in NRM zu verantworten hat, jener Herr Rau, den ich zwar als Person schätze, der aber für die Einrichtung der Gesamtschulen verantwortlich ist, die m.E. mit in die Kritik einbezogen werden müßten.
Nur da hat sich noch keiner herangewagt.
Unter dieser Prämisse sehe ich meine These vom "Geklüngel" leider bestätigt.
Ich gehe davon aus, dass unser Sohn im Sommer diesen Jahres eingeschult wird. Spätestens dann werde ich das Innenleben der Schule und auch die Lehrer näher kennen lernen. Ich freue mich schon darauf. Vielleicht läßt sich ja ein Termin auch vorher einrichten. Ich würde dann auf Sie zu kommen.
Es wäre schön, wenn sich auch mal einige Eltern mit ihren Erfahrungen zu Wort melden würden. Das war eigentlich auch die Intention. Da ich glaube, dass in Drabenderhöhe die Welt noch in Ordnung ist,
würde uns dies bestimmt Mut machen.
Also liebe Eltern, meldet euch auch mal zu Wort.


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Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 1 erstellt am: 22. Januar 2002 10:13      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Durch unsere derzeitige Praktikantin bin ich auf eine alternative Schulform gestossen, und zwar die Freie-Waldorf-Schule-Oberberg :
http://fws.it-pc.de/

Wer hat Erfahrungen in diesem Bereich gemacht, welche Vor- und Nachteile bringt diese Schulform ?


Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Lothar
Mitglied
Benutzer # 118

Icon 1 erstellt am: 25. Januar 2002 21:09      Ansicht des Profils von Lothar   Senden Sie eine eMail an Lothar   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo alle,

sorry Birgit, dass ich wieder dazwischenfunke, aber das Thema Waldorf-Schule ist vielleicht zu speziell. Aber wer sich hierzu äußern will, soll es doch bitte tun.

Ich möchte einen anderen Gedanken aufgreifen.
Als wir diese Woche mit unserem 5-jährigen Sohn im Krankenhaus waren, fiel den Bediensteten sofort seine Intelligenz auf. "Was sei das für ein intelligenter Junge. Diesen müßten wir unbedingt fördern".

Nun haben hochintelligente Menschen die Eigenschaft, dass sie an der Schule unterfordert sind, und dann negativ auffallen womöglich mit der Konsequenz einer Degradierung auf eine Vorschule.
Für mich ist dies in einem Land in dem Bildung noch groß geschrieben wird, ein Skandal !!
Deshalb stelle ich die Frage:
Ist für hochintelligente Kinder an unseren
"normalen" Schulen kein Platz mehr, oder anders ausgedrückt: sind unsere "normalen" Schulen nicht auf hochintelligente Kinder vorbereitet ?
Welche Erfahrung haben andere Eltern in dieser Hinsicht gemacht ?


Beiträge: 53 | Registriert seit: Jan 2002  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 14 erstellt am: 27. Januar 2002 11:03      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo Lothar,
ja, du hast recht, das Thema Waldorfschule sollte vielleicht an anderer Stelle diskutiert werden.

Bezüglich deines Sohnes kann ich nur sagen, dass in der Schuluntersuchung und auch in den ersten sechs Wochen nach der Einschulung
euer Junge getestet wird. Dann kann man entscheiden, inwieweit eine besondere Förderung für euch interessant ist.

Alles weitere wirst du von den Lehrern erfahren, soweit mein Wissensstand.


Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Elmex
unregistriert


Icon 1 erstellt am: 29. Januar 2002 23:44            Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
"VORNAME GENÜGT"
HOCH BEGABTE KINDER
Besondere Fähigkeiten erkennen, akzeptieren und fördern
Sendung mit Dr. Steffen Fliegel

Manche Eltern stellen sich die Frage, ob ihr Kind hoch begabt sei. Etwa drei Prozent aller Kinder eines Jahrgangs sind hoch begabt.

Hoch begabte Kinder
- sind aus eigenem Antrieb neugierig und wißbegierig
- verkümmern mit ihren intellektuellen Fähigkeiten, wenn sie nicht gefördert und geistig gefordert werden
- haben massive Schulprobleme
- werden manchmal sogar auf die Sonderschule überwiesen, wenn ihnen eine Förderung fehlt
- werden nur dann arrogant, wenn sie in ihrer Entwicklung sinnlos gebremst werden
- brauchen geistige Aktivität und wollen gerne lernen
- handeln aus eigenem Antrieb und sind auf ihre eigene Art Kind
- können ihr intellektuelles Niveau nicht per Knopfdruck herunterschrauben
- sind vor allem dann lustlos, wenn sie in Kindergarten und Schule deutlich unterfordert werden
- lieben Sprache und lesen auch deshalb gern
- sollten ihre Interessen nicht verboten bekommen
- resignieren und finden ohne Unterstützung keine geistige Auslastung.

Hoch begabte Kinder sind auf verschiedenen Gebieten ihren Altersgenossen voraus, sprachlich oder musikalisch, logisch-mathematisch, bildnerisch-künstlerisch, sportlich, sozial. Begabung ist aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für das hoch begabte Kind e. V. ein Geschenk für das Kind, für die Familie und für die ganze Gesellschaft. Um sich harmonisch und glücklich entwickeln zu können, brauchen hochbegabte Kinder Förderung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird, wie jedes andere Kind auch.

Vorurteile:
Hochbegabung soll übertriebener Ehrgeiz, soll Einbildung der Eltern sein.
Hoch begabte Kinder schreiben nur Einser, müssen lernen sich anzupassen, sollen lieber raufen anstatt so viel zu lesen, sollen und können sich selbst am besten helfen.
Ein hoch begabtes Kind kann vielleicht mit einem Jahr perfekt sprechen, mit zwei Jahren vielleicht rechnen, mit drei Jahren vielleicht lesen. Es ist in der Regel brav und angepaßt, das Leben im Kindergarten bereitet ihm an sich keine Schwierigkeiten, in der Schule gehört es zu den Besten.
Es wird auch angeregt, hoch begabte Kinder zu bremsen, damit sie nicht zu arrogant werden, und ihre Lustlosigkeit resultiert aus übertriebenem Ehrgeiz der Eltern.
Vieles von diesen Einstellungen trifft jedoch nicht zu.

Antworten auf Vorurteile:
Vorurteil: Hochbegabung ist der absolute Ausnahmefall.
Nein: Wissenschaftlich erhärtet ist, dass zwischen 10 und 20 Prozent aller Schulkinder in irgendeinem oder mehreren Fächern ernsthaft unterfordert sind.
Vorurteil: hoch begabte Kinder kommen selber zurecht.
Nein: Viele Kinder können mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten nicht umgehen. Sie werden verhaltensauffällig (eher Jungen) oder depressiv (eher Mädchen). Lehrer und Eltern, die solchen Symptomen mit Strafen begegnen, handeln deshalb kontraproduktiv.
Vorurteil: Hochbegabte schreiben immer gute Schulnoten.
Manchmal trifft auch das Gegenteil zu. Nicht selten schalten die Kinder im Unterricht ab, beschäftigen sich anderweitig, und deshalb ist es typisch, daß hoch begabte Kinder bei einfachen Aufgaben viele Fehler machen, umgekehrt aber komplexe Probleme schnell und mit Bravour meistern.
Vorurteil: Ehrgeizige Eltern versuchen, unter dem Deckmantel der Hochbegabung kleine Genies zu züchten.
Nein: Studien haben gezeigt, daß hoch begabte Kinder keine "Kopfgeburten" ihrer Eltern sind. Besonders hoch begabte Kinder beginnen sich meist früh für das Lesen und Schreiben oder für Zahlen zu interessieren. Oft haben Eltern unter ihren unterforderten Kindern besonders zu leiden. Wenn diese nicht genügend geistige Nahrung bekommen, werden sie aggressiv, gehorchen nicht, sind lustlos und pessimistisch. Nicht selten werden unterforderte Kinder krank und bekommen Selbstwertstörungen (s. u.).
Vorurteil: hoch begabte Kinder haben keine Freunde.
Nein: Ein Kind kann außergewöhnliche soziale oder emotionale Fähigkeiten haben. Es ist zwar hoch begabt, wird aber nicht so wahrgenommen, wenn es beispielsweise in den kopflastigen Fächern nicht besonders glänzt.

Die Hälfte der hoch begabten Kinder durchläuft zwar ohne Probleme Elternhaus, Kindergarten und Schule und wird aber wegen seiner Unauffälligkeit öfter nicht als besonders begabt erkannt und daher auch zu wenig gefördert.
Die andere Hälfte bekommt im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend Schwierigkeiten, die sich in Aggression, Depression und später durchaus auch in schlechten Schulleistungen äußern können. Die Ursachen: Langeweile und Unterforderung aufgrund der Hochbegabung werden oft erst nach Jahren oder auch gar nicht entdeckt.
Manchmal ist das Auftreten solcher Probleme der Ausgangspunkt für das Erkennen der Hochbegabung.
Die Deutsche Gesellschaft für das hoch begabte Kind, Regionalverband Rhein-Ruhr (Adresse s. u.) kennt folgende Probleme: Im Kindergarten langweilt sich das Kind, findet manche Spiele "doof" und stört deshalb, interessiert sich für Dinge, für die es "zu jung" ist, kann sich in die Gruppe nicht einbringen und wird zum Außenseiter.
In der Schule hat das Kind Probleme, weil es lieber alleine arbeitet, sich als Clown der Klasse aufführt, als Streber oder Besserwisser gilt, weil es unbeliebt ist, weil es trotz bekannter Intelligenz "unerklärlich" schwache Leistungen bringt und weil es von den Lehrern nicht verstanden oder akzeptiert wird.
In seiner Umgebung hat das Kind Schwierigkeiten, an den üblichen Freizeitaktivitäten Gefallen zu finden, ist zu sensibel, zu perfektionistisch und zu selbstkritisch, ist mit seinen Händen oder körperlich ungeschickt, möchte lieber die geistige Auseinandersetzung, reagiert zwar seinem Alter entsprechend gefühlsmäßig, ist intellektuell seinem Alter jedoch um Jahre voraus, wird von der Umwelt isoliert.
Eltern brauchen Hilfe, weil sie oft nicht verstanden werden. Viele Außenstehende meinen, dass es Hochbegabte sowieso leichter haben und deshalb keiner besonderen Beachtung bedürfen. Viele wissen nicht, dass die Erziehung eines hoch begabten Kindes für die anderen Familienmitglieder sehr anstrengend sein kann, u. a. wegen seiner grenzenlosen Wißbegierde, seines geringen Schlafbedürfnisses und oftmals auch wegen seiner mangelnden Kompromißbereitschaft. Viele denken auch, die Eltern würden sich nur einbilden, daß ihr Kind so genial sei.

Ähnlich wie schwach begabte Kinder brauchen auch hoch begabte individuelle Unterstützung. Es genüge nicht, Kinder einfach zu fördern oder gut zu unterrichten. Eltern, Lehrerinnen und Lehrer müssen auch das Thema Hochbegabung sensibilisiert werden.

Woran können gestreßte Eltern erkennen, dass ihr vielleicht trotziger oder introvertierter Sprößling zu Außergewöhnlichem fähig ist? Hochbegabte Kinder durchlaufen eine rasante geistige Entwicklung. Sie sind wißbegierig, haben ein ausgeprägtes Denkvermögen und einen sehr großen Wortschatz. Oft haben sie ein starkes Gerechtigkeitsempfinden und können bereits als Vierjährige lesen. Über bestimmte Interessengebiete entwickeln sie riesige Begeisterung und Ausdauer. Ihr Wissen eignen sie sich aus Büchern oder durch bohrendes Fragen der Eltern an. Natürlich ist jedes hoch begabte Kind anders und die Kennzeichen sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Allen gemein ist jedoch ein gutes Gedächtnis, hohe Konzentrationsfähigkeit und ein schnelles Reaktionsvermögen.
Herkömmliche Intelligenztests fragen meist nur die logisch-sprachlichen Fähigkeiten ab, weniger ein ausgereiftes moralisches Bewußtsein oder ein musikalisches Talent. Dennoch kann ein Intelligenztest Hinweise auch auf Hochbegabung liefern.
Eigentlich erleben diese sogenannten Wunderkinder eine Kindheit wie alle ihre anderen Mitstreiter. Ihre Psyche gerät dann aus dem Lot, wenn sie ihre Interessen nicht voll ausleben können und unterfordert werden. Nicht selten entwickeln sie sich zu Außenseitern, werden als Streber verhöhnt oder mimen den Klassenclown. Eltern und Erzieher reagieren oft mit Unverständnis, wenn solche Kinder nicht mitarbeiten, sondern stören. Der wahre Grund für das Fehlverhalten liegt allerdings darin, daß die Kleinen "unnormale" Interessen haben, sich aufgrund der Unterforderung langweilen, keine Bestätigung erhalten und zänkisch werden. Nicht selten sind psychosomatische Störungen die Folge, wenn sich die Kinder von der Umwelt isoliert fühlen, gefühlsmäßig dem Alter der Altersgenossen entsprechen, aber intellektuell um Jahre voraus sind.
Die überdurchschnittliche Aktivität und Wißbegierde des Nachwuchses können Eltern ziemlich nerven. Wenn das kleine Genie bei anderen Kindern auf wenig Gegenliebe stößt, weil es streitwütig oder lustlos ist, kommt es in der Familie leicht zu Spannungen. Der Fehler der verunsicherten Eltern besteht dann oft darin, die Kindheit ihres Sprößlings gefährdet zu sehen und es künstlich in einer geistigen Kindwelt zu halten, es in einem bestimmten Sinne also zu überfordern. Viele der betroffenen Eltern haben sich in den letzten Jahren in Initiativen zusammengeschlossen, wie der Deutschen Gesellschaft für das hoch begabte Kind (s. u.) oder der Hochbegabtenförderung in Bochum (s. u.).


Es gibt spezielle Schulen und Einrichtungen für Hochbegabte. Es gibt sogenannte Christophorus-Schulen, die sich schwerpunktmäßig Hochbegabten widmen. Es wird aber hoch begabten Kindern und ihren Eltern immer schwer gemacht, zur Förderung die traditionellen Schulwege zu verlassen oder flexibel zu gestalten. Das Überspringen von Schulklassen wird am ehesten zugelassen, wird aber auch von einigen Psychologen als bedenklich vor allem für die soziale Entwicklung des Kindes angesehen.
Einen anderen Weg geht der Studienkreis, eine deutschlandweite Nachhilfeorganisation, die seit einigen Jahren in verschiedenen Städten auch eigene Hochbegabten-Programme anbietet. In diesen sollen sich hoch begabte Kinder geistig austoben können, ohne daß sie unterrichtsrelevantes Material "vorlernen" und dann wieder im Unterricht gelangweilt sind. Sie finden eine spezielle Förderung, so dass sie sich in anderen wichtigen Lebensbereichen gleichermaßen wie andere Kinder verhalten können.
Viele Städte und Landkreise haben die Förderung von Hochbegabten auf ihre Fahnen geschrieben, z.B. die Stadt Münster, wo es bereits seit Anfang der 90er Jahre Aufklärungsbroschüren gibt und Vortragsreihen angeboten werden.

Beratung und Hinweise für Eltern:
Wichtig ist es, Hochbegabung und das Außergewöhnliche zu akzeptieren. Es ist nicht gut, diese Kinder auf ein Mittelmaß zurechtzustutzen, was viele Eltern versuchen, weil sie "normale" Kinder haben wollen. Es gibt nur wenig Eltern die glücklich sind, ein hoch begabtes Kind zu haben, viele sind eher schockiert, wenn beim Testergebnis herauskommt, dass das Kind sehr hohe Werte hat. Eltern empfinden eine riesige Verantwortung und großen Druck auf sich lasten. Die Eltern sollten verstehen, dass Hochbegabung eine ganz normale Variation der Intelligenz und auch nicht anormal ist. Akzeptieren heißt auch, die Bedürfnisse des Kindes ernst zu nehmen und Hochbegabung als Bereicherung zu sehen.
Als zweiter wichtiger Schritt gehört es dazu, den Umgang mit diesem Thema zu lernen. Es ist auch wichtig, dass das Kind über seine Hochbegabung erfährt und die Eltern sich in der Sprache des Kindes mit ihm darüber austauschen. Ob ein Kind drei oder zehn Jahre alt ist, wenn ihm vermittelt wird, dass besonders begabt kein Grund für Arroganz ist, wird das Kind auch diese Haltung übernehmen. Viele Kinder bemühen sich sowieso, sich ihre Hochbegabung nicht anmerken zu lassen.
Der nächste wichtige Schritt ist, sich auch selbst über Hochbegabung zu informieren. Broschüren, Bücher und Selbsthilfegruppen tragen dazu bei. Nicht nur über die Vorzüge der Hochbegabung, auch über die Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten und so weiter sollten Informationen eingeholt werden und frühzeitig sinnvolle Maßnahmen gegen eintretende Probleme ergriffen werden.
Auch die Belastung zu akzeptieren ist ein weiterer wichtiger Schritt. Die Kinder wollen beständige Aufmerksamkeit, reden, reden, reden, und immer wieder werden die Mütter gebraucht. Viele sehen das als eine riesige Arbeit für sich an.
Deshalb ist auch der Schritt 'Grenzen setzen' wichtig. Mit dem Beginn des Trotzalters beginnt für einige Eltern hoch begabter Kinder eine harte Zeit. Die Machtkämpfe, die diese Kinder dann führen, sind extrem heftig und dauern manchmal viele Jahre lang. Und da Kinder Grenzen brauchen, müssen hoch begabte Kinder nicht nur ihre Vorzüge, sondern auch ihre Grenzen akzeptieren. Damit tun sich einige schwer und kämpfen regelrecht gegen die Personen, die ihnen Grenzen oder Begrenzungen auferlegen. Kinder fühlen sich eingeengt, weil sie Fähigkeiten, Möglichkeiten und Potentiale in sich haben, die darauf ausgelegt sind, neues zu machen, zu finden und zu entdecken. Das 'Grenzen setzen' sollte sehr früh beginnen, in Gesprächen festgelegt werden, Absprachen sollten nicht immer wieder zur Diskussion stehen. Bei wichtigen Dingen sollte darauf geachtet werden, daß die Vereinbarungen und gesetzten Grenzen auch eingehalten werden. Allerdings sollten die Grenzen nicht zu eng gezogen werden, damit die Kreativität genügend Raum behält. Hoch begabte Kinder sind schon frühzeitig in der Lage, einsichtige Grenzen zu akzeptieren und sich selbst auch Grenzen zu setzen. Dann muß nicht immer alles wiederholt werden. Bei jungen Kindern sollte der Alltag gegebenenfalls streng ritualisiert werden, damit kann man dem ständigen Begründungszwang aus dem Weg gehen.
Und als letzter Schritt: Aus dem hoch begabten Kind sollte kein Vorzeige-Wunderkind gemacht werden. Wieviel Förderung für ein hoch begabtes Kind gut ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Wichtig ist es, ein ganzheitliches Menschenbild zu sehen, das heißt, das Kind in allen seinen kindlichen Bereichen zu fördern.

INFORMATIONEN - KONTAKTE - LITERATUR

Die Deutsche Gesellschaft für das hoch begabte Kind e. V. (DGhK) wurde 1978 in Hamburg als Zusammenschluß von betroffenen Eltern und Pädagogen gegründet, mittlerweile zählen auch Psychologen, Ärzte und andere Interessierte zu den Mitgliedern.
Die DGhK gibt Hilfe bei folgenden Fragestellungen: Wie kann überdurchschnittliche Begabung erkannt werden? Soll die Begabung getestet werden? Wie und durch wen? Was bedeutet das Testergebnis? Sollte das Kind vorzeitig eingeschult werden? Welche anderen (außer) schulischen Fördermaßnahmen gibt es? Was und wieviel kann für die Förderung der Kinder getan werden? Gibt es auch für schulisch problematische Jugendliche Hilfe und Förderungsmöglichkeiten? Wie kann man dem Kind helfen, Freunde zu finden?
Erstberatung und Informationsmaterial über: Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Sondershauser Str. 80, in 12249 Berlin, Tel. 030-7117718.
Die DGhK hat Regionalverbände, z. B. in Bonn, Aachen, Köln, und in Ostwestfalen-Lippe Kontakte und Beratung über: Tel. und Fax: 0201-584655 und über Franz Schaefer, Telefon 02131-65542.
Regionalverband Bonn: Dr. Peter Stahn, Wehstr. 38 in 53773 Honnef, Tel.: 02242-4289.
Köln: Gabriele Wehrmann, Pestalozzistr. 46, 50374 Erftstadt, Tel. und Fax: 02235-690947.
Jürgen Müller, Echtenkämper Weg 20, 45277 Essen,
Ostwestfalen-Lippe: Helmut Blomenkemper, Figgenweg 52 in 33129 Dellbrück, Tel.: 05250-930576.
In Bochum: Hochbegabtenförderung e.V. Bochum, Tel.: 0234-935670.

LITERATUR:
Es gibt zahlreiche Bücher zum Einstieg in die Thematik, zur Vertiefung und zu besonderen Themen. Es gibt Bücher für Erwachsene, für Lehrer, und für Kinder und Jugendliche. Im folgenden nur eine kleine Auswahl:
Bücher zum Einstieg:
Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Technologie (53170 Bonn): Begabte Kinder finden und fördern: Ein Ratgeber für Eltern und Lehrer. 1996, 82 Seiten, kostenlos.
Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (Bundesgeschäftsstelle, Sonderhauser Str. 80, 12249 Berlin): Leben mit hochbegabten Kindern. 1995, 10,00 DM.
Werner Thomas: Mein Kind ist hochbegabt. ECON-Verlag, Taschenbuch 20570-6, 1997, 15,90 DM (der Autor erklärt, wie man Hochbegabung frühzeitig erkennen und gezielt fördern kann, er gibt viele Ratschläge für den familiären Alltag. Er beachtet die Problematik aus der Sicht aller Beteiligten).
J. T. Webb, E. A. Meckstroth, S. S. Tolan: Hochbegabte Kinder. Ihre Eltern, ihre Lehrer. Ein Ratgeber. Huber Verlag Bern, 1985, 29.80 DM.
Bettina Mähler und Gerlinde Hofmann: Ist mein Kind hochbegabt? Besondere Fähigkeiten erkennen, akzeptieren und fördern. rororo (Mit Kindern leben – Sachbuch 60499) 1998, 16,90.
S. Mönks: Unser Kind ist hochbegabt. Reinhard Verlag München, 1989, 19,80 DM.
Michael Hollenbach: Die unbeachteten Genies. Das Schicksal hochbegabter Kinder. Fischer-Taschenbuch (Ratgeber Nr. 14086), 1989, 18.90 DM.
Gerda Pigihn und Sybille Brauer: Das große Kinder-Förder-Programm - Mit Spielen Kinder fördern. MVG Paperback Nr. 515, 1993, 16,90 DM.
In diesem Buch sind Fördermöglichkeiten und Förderprogramme für Kinder in allen Lebensaltern beschrieben. Es wird noch einmal auf die Untersuchungsmöglichkeiten zur Vorsorge hingewiesen, auf die Möglichkeiten, Störungen rechtzeitig zu erkennen. Das Buch gibt neben den ersten sechs Lebensjahren im Überblick Hinweise auf die körperliche, geistig-soziale Entwicklung, auf die Entwicklung der Sinne, der Sprache.
Bücher für Kinder und Jugendliche:
Johannes Lehmann: Zwei mal drei plus Spaß dabei (ab ca. Klasse 2) Aules Verlag Köln, 19, 80 DM.
Sonja Hartel: Experimente, Experimente. Arena-Taschenbuch, 8,90 DM.
Roald Dahl: Matilda – witzige Geschichte eines schlauen Mädchens, das sich für Gerechtigkeit einsetzt. Paul Kropp: Alle Macht dem Müsli? Platz den Spinnern dieser Welt. (ab 12 Jahre)
Gegen eine Schutzgebühr von 5 DM pro Band sind erhältlich bei: Bildung und Begabung e. V., Kennedyallee 62-70, 53175 Bonn, Tel.: 0228-959150, Fax: 0228-9591519 als Titel vom K. H. Bock-Verlag in Bad Honnef:
Begabungsforschung und Begabtenförderung in Deutschland.
Begabung und Leistung in der Schule, Modelle der Begabungsförderung in Theorie und Praxis.
Förderung von Jugendlichen in der Mathematik.
Förderung von Jugendlichen in den Naturwissenschaften.
Förderung von Jugendlichen in der Physik.


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