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Autor Thema: Das neue Telefon: Eine Provinzposse in X Akten (abendfüllend)
Sinusx5
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Benutzer # 1422

Icon 1 erstellt am: 22. April 2006 21:46      Ansicht des Profils von Sinusx5     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
31.3.2006: Unser altes Telefon – besser: das Mobilteil des alten Telefons ist defekt. Jetzt schon zum dritten Mal. Reparatur lohnt sich nicht. Außerdem: Wir wollten schon länger mal ein neues Telefon haben. Also gehe ich zum ortsansässigen Elektronic-Discounter. Man empfiehlt mir ein AEG-xxx mit drei (!) Mobilteilen und Anrufbeantworter (AB). Na wunderbar! Endlich brauche ich nicht jedes Mal die Treppe rauf zum Telefon!
Ich schließe das Basisteil an die Leitung an. AB funktioniert. Drei Mobilteile im Haus verteilt: Kurze Wege. Herrlich!
Nur: Das Display ist kaum zu lesen! „Was ist das für ein Name? Was hab ich da gerade für ‚ne Nummer eingegeben? Das ist ja kaum zu entziffern!! Nee, das bringe ich zurück! Da geh’ ich doch zur Telecom und kauf mir ’n gutes Telefon!“

3.4.2006 Ich bringe das AEG zum Discounter zurück. Geld zurück. Alles klar! Kein Problem.
Ich gehe zum ortsansässigen Telecom Händler:
Ich: „ Ich hätte gern ein Telefon! Zwei Mobilteile, vielleicht auch drei? Auf jeden Fall mit Anrufbeantworter.“
Händler: „Ja. Ich kann Ihnen das Sinus A 50 empfehlen. Ganz neu auf dem Markt! Mit AB, SIM-Kartenleser (damit Sie die Telefonnummern aus dem Handy direkt in das Telefonbuch des neuen Telefon übertragen können), farbigem 6-zeiligen Display und vielen weiteren Features. Es gibt aber nicht mehr die bisherigen Mobilteile. Sie können ein Sinus 30 oder auch ein Sinus 50 dazukaufen. Das ist ein normales Telefon, das auch als Mobilteil verwendet werden kann. Wird halt nur nicht an die Telefon-Steckdose angeschlossen, sondern an der Basis-Station des Haupt-Telefons angemeldet.“
Ich: „Ja, tolles Ding! Kostet? O.K. Ich nehme das Sinus A 50 und ein Sinus 30 als Mobilteil dazu!“
Der Händler verschwindet, kommt nach einer Weile wieder: „Tut mir leid, das Sinus 30 hab ich nicht mehr da. Ich geb’ Ihnen aber das Sinus 50 zu dem Sinus A 50 als Mobilteil dazu zum Preis vom Sinus 30!“
Na wunderbar! Denk’ ich. Hast ja’n Schnäppchen gemacht!

Zu Hause:
Ich schließe die Geräte an. Lese die Gebrauchsanleitung. Lege die SIM-Karte meines Handys ein. Das Gerät liest die Sim-Karte aus. Ich bin begeistert! Dasselbe im Ladegerät des Mobilteils. Plötzlich die Anzeige: „Keine SIM-Karte!“ Versuche 2 bis 7 scheitern ebenfalls. Lege die SIM-Karte zur Kontrolle nochmals in die Basisstation des Sinus A 50 ein und das zweite Mobilteil darauf. Auslesen! Funktioniert. Also, SIM-Kartenleser in Basis Mobilteil ist wohl defekt, denk ich! Musste reklamieren!

Na ja, denn sprich mal deinen Ansagetext auf den Anrufbeantworter! Gesagt, getan.

Zwei Tage später: Eine Bekannte schreibt mir in einer e-mail: „Ach übrigens: Dein Anrufbeantworter tut’s nicht. Ich kann keine Nachricht aufsprechen!“

Ich überprüfe das, rufe mich selbst übers Handy an. Stimmt. Der Anrufbeantworter kappt nach drei Sekunden die Leitung, lässt meinen Spruch gar nicht zu Ende abspielen. O.K. also beide Geräte reklamieren!
Ich packe beide Geräte wieder ein, ab zum Händler. Der tauscht anstandslos beide Geräte.
Wieder zu Hause. Dasselbe Spiel. Auslesen der SIM-Karte…

Hey! Es klappt. Sogar in beiden Geräten!

Nun der Anrufbeantworter! Ich nehme meinen Spruch auf, rufe mich vom eigenen Handy an. „Hier ist der Anrufbeantworter von – piiiiip.!“ Das darf doch nicht wahr sein!!

Gerät einpacken. Zum Händler. Der ist ratlos. Schickt mich eine Etage höher zum Techniker. Der hat das andere Gerät unterdessen am hauseigenen Anschluss ausprobiert, und siehe da: Es funktioniert einwandfrei.

Techniker: „Dann ist Ihre Hausleitung nicht in Ordnung!“

Ich: „Kann sein. Aber das alte Telfon hat 20 Jahre einwandfrei funktioniert! Und mein Internetanschluss (DSL) arbeitet auch einwandfrei!“

Techniker: (ebenfalls ratlos): „Ja, ich kann im Moment nicht weiterhelfen. Nehmen Sie mal ein anderes Telefon mit Anrufbeantworter mit nach Hause und schließen Sie das an!“

Gesagt getan. Ich nehme zum Ausprobieren das Concept PA 412 (schnurgebunden) zusätzlich zu meinem Sinus A 50 mit nach Hause, denke: Wende dich mal an die Telecom! Die haben doch die Fachleute!

Suche die Servicenummer (12 C pro angefangene 60 Sekunden!). Beschreibe den Fehler: „Der Anrufbeantworter kappt nach 3 Sekunden die Leitung.“

Die freundliche Dame verspricht, mir ein Austauschgerät aus einer anderen Fertigungsserie zu schicken. Das defekte Gerät solle ich auf Kosten der Telecom zurückschicken.

In der Zwischenzeit schließe ich das andere Telfon an. Ach! Das funktioniert? Wie geht das denn??

Zwei Tage später ist das Austauschgerät da! Das eigene Gerät schicke ich zurück. Inzwischen ist der 13.4.2006

Gespannt schließe ich das „neue“ Gerät an. Rufe mich selbst vom Handy…. „Hier ist der Anrufbeantworter von….piiiiip!“

Nun denn, denk ich, überprüf mal deine Leitungen im Haus. Kabeleingänge an Steckdosen: O. K. Sind richtig angeschlossen. Eine überflüssige Steckerdose unter dem Schreibtisch! Raus damit! Kabelbelegung an den Steckern: In Ordnung!
Ich gehe in den Keller. Wo ist der Hauptanschluss der Telecom? Ach da! Klemme das Telefon direkt am Hauptanschluss an. Rufe mich vom eigenen Handy an: „Hier ist der Anrufbeantworter von… Piiiiip!“

Also, denk ich: Logik! Der eine AB funktioniert, der andere nicht! Hausleitungen sind in Ordnung! Woran kann’s also liegen? Es MUSS am Gerät Sinus A 50 liegen!

Na, über die Osterfeiertage ist der Händler eh nicht erreichbar. Nach Ostern geht’s weiter!

Nach Ostern:

18.4.2006 beim Fachhändler / Techniker:
Ich: „Das Problem MUSS definitiv am Gerät liegen.“
(Ich beschreibe dem Techniker meine Untersuchungen zu Hause). Der Techniker schließt nochmals den AB an der hauseigenen Telecom-Steckdose an. Ich kann mich davon überzeugen, dass das Gerät einwandfrei arbeitet.

Der Techniker ruft die Hotline der Telecom an. In diesem Gespräch eröffnet ihm der Telecom-Service, dass das Problem bekannt ist (ach was??), obwohl es sehr selten auftritt – nämlich dann, wenn der Teilnehmer sehr nah an der Vermittlungsstelle wohne! (Dazu lässt man mich 15 Tage selbst nach der Ursache des Problems forschen!?!?!?)

Mit dieser Information gehe ich nach Hause, weil der Techniker wieder mal keinen Rat weiß außer: Ein anderes Telefon nehmen. Oder die Alternative, die der Händler mir anbietet: Einen separaten AB zum Sinus 50 (ohne AB). Den aber will ich nicht auch noch zusätzlich auf meinem Schreibtisch stehen haben. (Der ist sowieso schon immer überfüllt!)

Außerdem will ich wissen, was das heißt: „Sehr nah an der Vermittlungsstelle“.

Also setze ich mich mit der Telecom per e-mail in Verbindung. Auskunft (wörtlich):
„Es kann beim Sinus A50 im Einzelfall zu dem von Ihnen beschriebenen Phänomen kommen - in der Regel liegt das an einer geringen Entfernung zur Vermittlungsstelle. Abhilfe gibt es leider keine.
Setzen Sie sich bitte mit der Technischen Kundenberatung
unter der Servicenummer … Dort wird eine sogenannte Kaufrückabwicklung angestoßen und
Sie bekommen den Kaufpreis erstattet.“

Da ich weder den Kaufpreis erstattet noch ein anderes Telefon will, sondern das Sinus A 50, rufe ich den technischen Kundendienst des Netzbetreibers T-Com unter 08003302000 an.
Auskunft: „Dafür sind wir nicht zuständig, sondern die Diagnosestelle Dortmund. Soll ich Sie dorthin verbinden?“
„Ja, bitte!“
„Diagnostelle Dortmund, XX(Name), was kann ich für Sie tun?“

Ausführliche Beschreibung des Problems.

„Bitte klemmen Sie alle Telefone für drei Minuten ab. Wir messen das eben durch!“
Nach sieben Minuten: Das Telefon schellt (Ich hab’s inzwischen wieder eingestöpselt!).

Auskunft der Diagnosestelle Dortmund: Ihr Anschluss ist 1021 Meter von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt.

Ich frage: „Ist das viel oder wenig, also sehr nah?“

Herr X (Diagnosestelle Dortmund): „Nein, das ist absolut nicht zu nah! Der AB müsste deshalb trotzdem funktionieren!“

Mit dieser Information wende ich mich wieder per e-mail an info@t-com.net. Aufgrund der Auskunft der Diagnosestelle Dortmund sei unser Anschluss mit 1021 Metern keineswegs zu nah an der Vermittlungsstelle. Herr X von der Hotline des technischen Kundesndienstes der T-Com bestätigt mir, dass dieses tatsächlich der Fall sei, und gibt mir Recht!

Wörtlich:
„Ich kann Sie sehr gut verstehen und gebe Ihnen im Grunde auch Recht. Leider sind wir genauso vom Hersteller abhängig und gerade solch selten auftretende Probleme nach der Produktion sind schwerlich in den Griff zu bekommen. Wir sind natürlich bemüht unsere Produkte entsprechend für alle unsere Kunden benutzbar anzubieten. Das dies bei der Masse leider nicht zu 100% klappt liegt in der Natur der Sache. Der Hersteller wurde selbstverständlich sofort nach Feststellung dieser Problematik kontaktiert und informiert.

Eine Leitungslänge von 1000 Metern ist in der Tat kein Anzeichen für eine geringe Entfernung.

Bitte versuchen Sie doch nochmal auf folgende Einstellungen zu achten:
Die Anrufbeantworter ein/aus Taste (Bandsymbol) an der Basis
hat gleich mehrere Funktionen.
ein/aus des Anrufbeantworters (Taste ca. 3 Sekunden gedrückt halten), wenn der AB ausgeschaltet ist, dann zeigt die Anzeige zwei Striche - -
Umschalten zwischen den Ansagen:
Hinweisansage Standard bzw. Hinweisansage (ohne Gesprächsaufzeichnung) Anzeige ´Ao´
Ansage Standard bzw. Ansage 1 (mit Gesprächsaufzeichnung) Anzeige ´00´ (wenn keine Nachrichten vorhanden)
[Bei vollem AB schaltet dieser automatisch auf Hinweisansage.]
Hinweis: ´Ansage 1´ und ´Hinweisansage´ sind persönliche Ansagen (selbst aufgesprochen).
´Ansage Standard´ und ´Hinweisansage Standard´ sind die im Lieferzustand vorgegebenen Ansagen.
Die jeweilige persönliche Ansage ersetzt die Standardansage. Durch das Löschen der jeweiligen persönlichen Ansage wird wieder die Standardansage aktiv.

Sollte dies ebenfalls keine Besserung ergeben, so kann ich nur um Geduld bitten bis entsprechender Ersatz lieferbar ist.“

Mit der Information, dass unser Telefonanschluss lt. Diagnosestelle Dortmund über 1000 Meter von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt sei, wende ich mich wieder an unseren ortsansässigen Telecom-Händler. Seine Antwort: Das ist extrem wenig! (Hä? Wie bitte??) Ja, das sei sehr wenig! Er habe das Handwerk von der Pieke auf gelernt; er kenne sich aus!

Nun bin ich sprachlos! Wer hat nun Recht??

Ich teile Herrn X (Hotline techn. Kundendienst T-Com) mit, dass ich die Bedienungsanleitung mehrmals gelesen, verstanden und beachtet habe.

19.04.2006: Aufgrund des letzten Satzes seines Schreibens würden wir ggf. für die Dauer der Garantiezeit eine Überarbeitung des Gerätes durch den Hersteller abwarten wollen. Dafür möchte ich allerdings die Zusage der Telecom, dass dann das Gerät gegen ein funktionierendes ausgetauscht werden würde.

20.04.2006: Dazu ist jedoch offensichtlich der Kundendienst nicht bereit.
Wörtlich: „…nach Rücksprache mit dem Kollegen der direkten Kontakt zum
Hersteller - auch gerade wegen diesen Fehlers - hat(te),
ergab einige nicht ganz unwichtige Erkenntnisse.

Der Fehler soll an Spannungsschwankungen bestimmter
Vermittlungsstellen liegen die das Gerät veranlasst die
Aufzeichnung bzw. die Ansage abzubrechen. Eine spezielle
hierauf abgestimmte Produktänderung wird es sehr
wahrscheinlich erst in mehreren Monaten geben. Unter
Umständen könnte der Hersteller selbst dies nicht vollziehen.“

Herr X bietet uns nun schriftlich per e-mail an, das defekte Gerät gegen das Sinus A 500 zu tauschen.

Das Sinus A 500 hat jedoch keinen SIM-Kartenleser. Also möchten wir das Sinus 50 (ohne AB, aber mit SIM-Kartenleser!) als Mobilteil behalten, um dann das Telefonbuch von dort in das Sinus A 500 übertragen zu können, da ja beide Geräte den DECT/GAP- Standard unterstützen! (DECT/GAP Geräte sind untereinander kompatibel – dachten wir, weil das die Auskunft unseres ortsansässigen Telecom-Händlers war!)

22.04.2006: Ein Telefonat mit Herrn X von der Hotline Telecom bringt Licht ins Dunkel: Der DECT/GAP-Standard macht Geräte untereinander kompatibel – wenn sie vom selben Hersteller sind! Da aber das Sinus A 500 von einem anderen Hersteller gebaut wird als das Sinus A 50, ist es unwahrscheinlich, dass die Geräte – also Sinus A 500 und Sinus 50 – kompatibel sind!

Nun, um das Problem endlich zu lösen, bietet mir der Herr X von der Hotline T-Com das Sinus 700 an: Das hat nämlich den SIM-Kartenleser!

Aber nein: Auch das funktioniert ja wieder nicht: Das Sinus 700 hat ja keinen AB!

Nun schickt er uns das Sinus A 500 zu. Wir werden sehen, ob Sinus A 500 und Sinus 50 kompatibel sind!

Fortsetzung folgt! (Garantiert!)

Beiträge: 1 | Registriert seit: Apr 2006  |  IP: gespeichert
alf
Mitglied
Benutzer # 1075

Icon 1 erstellt am: 23. April 2006 01:07      Ansicht des Profils von alf     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
klasse geschrieben und viel geduld bewiesen. nur, sowas kann dir auch in der stadt und nicht nur in der provinz passieren.
Beiträge: 96 | Registriert seit: Feb 2005  |  IP: gespeichert


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