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Autor Thema: Schülerverkehr in Wiehl
Felix Staratschek
Mitglied
Benutzer # 1520

Icon 1 erstellt am: 27. Juni 2010 10:44      Ansicht des Profils von Felix Staratschek   Senden Sie eine eMail an Felix Staratschek   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Wie wird der Schülerverkehr in Wiehl abgewickelt? fahren die Schüler alle mit der OVAG und RVK oder gibt es Schülerspezialverkehre?

Wenn es letzteres gibt, ist das eine Chance, den ÖPNV zu verbessern:

DER NEUE NAHVERKEHR
Neue Chancen für den Bus
Aufwand • Nutzen • Perspektiven
Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen 1999
Busverkehre in Klein- und Mittelstädten
.....
8.6 Hövelhof

Vorbemerkung

Der „Hövelhofer Ortsbus“ unterscheidet sich bereits vom Namen her von den anderen vorgestellten Stadtbus- Systemen. Hövelhof ist keine Stadt, sondern eine Gemeinde mit rund 15.000 Einwohnern. Rund 11.000 wohnen davon im Kernort. Angesichts dieser für einen Stadtbus geringen Einwohnerzahl stand Hövelhof Anfang der 90er Jahre vor der Aufgabe, zumindest eine ÖPNV-Grundversorgung für die verstreut liegenden Ortsteile zu schaffen. Die für Stadtbus-Systeme charakteristischen Merkmale (30-Minuten-Takt oder Rendezvous-Haltestelle) waren aufgrund der Nachfragestrukturen (geringe Einwohnerdichte, hoher Motorisierungsgrad) nicht ohne weiteres zu verwirklichen.

Ausgangslage

Durch die Gemeinde Hövelhof verläuft die „Sennebahn“ Paderborn – Bielefeld, mit Bahnhöfen im Kernort Hövelhof und in der Siedlung Hövelriege. Nahezu parallel zu dieser Strecke verkehrt die Regionalbuslinie Paderborn – Bielefeld. Hierzu kommt eine weitere Regionalbuslinie Hövelhof – Gütersloh.
Durch die genannten Bus- und Bahnlinien werden zwar einige Ortsteile erschlossen. Das Gros der Ortsteile wurde vor Einführung des Hövelhofer Ortsbusses aber ausschließlich im freigestellten Schülerverkehr bedient. Dieser war alleine auf die Bedürfnisse der Schüler ausgerichtet. Die Gemeinde Hövelhof suchte daher nach einer Konzeption, in der diese freigestellten Verkehre in ein Grundangebot zur Ortsteilerschließung eingehen konnten.

Organisation

Per Ratsbeschluß wurde am 26. September 1996 die Einrichtung eines Ortsbus-Verkehrs und die Gründung der Hövelhofer Ortsbus GmbH (HOB) durch die beiden Gesellschafter BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH und TWE-Busverkehrs-GmbH vereinbart. Der reguläre Fahrbetrieb der HOB wurde am 2. Januar 1997 aufgenommen. In der Anlaufphase wurde die HOB durch jährliche Anschubfinanzierungen des zuständigen Aufgabenträgers nph (Zweckverband Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter) unterstützt. Diese liefen 1998 aus. Seit 1999 trägt die Gemeinde Hövelhof das Betriebskostendefizit allein. Durch die Integration des freigestellten Schülerverkehrs (der zuvor von der Gemeinde Hövelhof finanziert wurde) entstanden für die Gemeinde keine weiteren finanziellen Belastungen bei der Schülerbeförderung durch die HOB-Gründung. Darüber hinaus wurde eine neue Linie mit einem attraktiven Fahrplan für alle Bürger etabliert.

Angebotskonzept

Die HOB bedient insgesamt fünf Linien (Linie 421 bis 425). Die Linien 422 bis 425 (die ehemals freigestellten Schülerverkehre) bestehen ausschließlich an Schultagen und sind von den Fahrzeiten und Linienführungen her ganz auf Schülerbedürfnisse ausgerichtet. Die Linie 421 wurde im Rahmen des HOB-Konzeptes neu geschaffen. Sie verkehrt all zwei Stunden in Form dreier Schleifen in die kleineren Ortsteile. So bindet sie in der Normalverkehrszeit diejenigen Siedlungsbereiche an das ÖPNV-Netz, die bisher keine regelmäßige ÖPNV-Versorgung erfahren haben.
Anlässlich größerer Veranstaltungen und während des Weihnachtsmarktes wird das Angebot der Linie 421 am Wochenende aufrecht erhalten und bis in die späten Abendstunden ausgedehnt.

Anschlussverknüpfung

Das Ortsbus-Konzept gewährleistet nicht nur einen Anschluss der Ortsteile an das Hövelhofer Ortszentrum, sondern stellt auch einen Anschluss an das regionale Nahverkehrsnetz sicher. Verknüpfungspunkte sind der Bahnhof in Hövelhof und der Haltepunkt Hövelriege. Der Hövelhofer Ortsbus ist für alle Bürger eine neue Linie mit einem attraktiven Fahrplan.

Mögliche Weiterentwicklung

Bisher verkehrt die HOB als Grundangebot in der Normalverkehrszeit außer samstags an jedem Werktag. Um auch im Freizeitverkehr neue Kundenpotentiale zu erschließen, prüfen die Gemeinde Hövelhof und der Nahverkehrsverbund nph die Erweiterung des Angebots auf bedarfsgesteuerte Verkehre in den Abendstunden und an Wochenenden.

Finanzierung

Neben den Fahrgeldeinahmen erhält die HOB einen Betriebskostenzuschuss durch die Gemeinde Hövelhof. Im ersten Betriebsjahr erhielt diese vom Nahverkehrsverbund nph eine Anschubfinanzierung in Höhe von 61.000 Mark, im zweiten Jahr von 40.000 Mark. Seitdem fährt die HOB unter Berücksichtigung der früheren Zahlungen für die freigestellten Schülerverkehre, die mit Betriebsaufnahme der HOB entfallen sind, ohne Zuschüsse des Aufgabenträgers. Fahrzeuge Unter den gegebenen Rahmenbedingungen konnte für die HOB keine komplett neue Busflotte angeschafft werden. Unter den fünf eingesetzten Fahrzeugen sind vier Busse ältere Fahrzeuge. Das Fahrzeug, das vornehmlich auf der Linie 421 eingesetzt wird, ist ein moderner Niederflur-Standardlinienbus. Alle Fahrzeuge tragen ein spezielles Außendesign mit dem HOB-Logo. Auf Außenwerbung wurde
bewusst verzichtet.

Nachfrageentwicklung

Bereits im ersten Jahr wurden auf der neu eingerichteten Ortsbuslinie 421 mehr als 7.500 Fahrgäste gezählt. Auch auf den übrigen HOB-Linien entwickelten sich die Fahrgastzahlen (hauptsächlich Schüler) positiv. 1997 nutzten insgesamt 257.900 Kunden den HOB, 1998 waren es bereits 306.500.

Begleitende Maßnahmen an Haltestellen

Im Gemeindegebiet Hövelhof werden voraussichtlich noch 1999 insgesamt 13 neue Fahrgastunterstände an Bushaltestellen und neue Fahrradabstellanlagen an den Bahnstationen Hövelhof und Hövelriege errichtet. Der mit dem Nahverkehrsverbund nph erarbeitete Finanzierungsantrag für diese Maßnahmen ist positiv beschieden worden. Die Unterstände sind transparent gestaltet und bieten mehr Aufenthaltsqualität durch eine integrierte Sitzbank; eine Informations- Vitrine für Fahrplan- und Verbundinformationen und einen außen angebrachten, überdachten Papierkorb. Darüber hinaus werden verschiedene Bushaltestellen mit weiteren Informations-Vitrinen, Sitzgelegenheiten und Papierkörben nachgerüstet. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf netto rund 320.000 Mark.

Weitere Stadtbusprojekte

Neben dem Hövelhofer Ortsbus existieren im Gebiet des Nahverkehrsverbundes Paderborn/Höxter (nph) weitere Stadt- / Ortsbusprojekte. Ähnlich dem Angebot in Hövelhof handelt es sich um Verkehre, die in ihrer ersten Realisierungsstufe den Grundbedarf in solchen Kommunen abdecken, die innerorts bisher keine ausreichende Erschließung durch den ÖPNV erfahren haben. Bereits seit 31. Mai 1999 fahren Stadtverkehre in Warburg und Wünnenberg, zum 1. November 1999 startet der Stadtbus in Höxter. Gemeinsam ist diesen Stadtbussen, daß sie
– mit zunächst einem Fahrzeug
– durch einen möglichst optimalen Fahrplan die vorgelagerten Wohngebiete an den Stadtkern und den Bahnhof beziehungsweise den regionalen Busverkehr anbinden. Eine Erweiterung bis hin zum echten Stadtbuskonzept (mit Halbstundentakt und Rendezvous- Punkt) wird angestrebt. Sie ist abhängig von Nachfrage und Finanzsituation.
In allen drei Fällen ist die BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH Betriebsführer. Die Gründung einer eigenen Stadtbus-GmbH ist derzeit nicht vorgesehen. Die Stadtbusverkehre in Warburg, Wünnenberg und Höxter werden von der jeweiligen Gemeinde im Rahmen einer Anschubfinanzierung unterstützt. Diese Gemeinden wiederum erhalten hierfür einen Zuschuß vom nph. Nach Auslaufen der degressiv angelegten Anschubfinanzierung sollen sich die Stadtbusverkehre selbst tragen. Das Hövelhofer Ortsbus-Konzept sichert auch einen Anschluss an das regionale Nahverkehrsnetz.
.......

Seit 1997 fordere ich das auch für Radevormwald. Auf einer Linie in Hövelhof verkehrt der Bus heute stündlich statt zweistündlich!
Der gesamte Bericht:
http://www.fachportal.nahverkehr.nrw.de/uploads/tx_abdownloads/files/publikationen_1_PDF_d_01.pdf

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