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Autor Thema: Todesstrafe für Saddam Hussein?
Kassandra
Mitglied
Benutzer # 142

Icon 1 erstellt am: 19. Dezember 2003 00:14      Ansicht des Profils von Kassandra     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Präsident Bush lässt keinen Zweifel daran, dass er mit der Todesstrafe für Saddam Hussein rechnet.
Da es in Amerika immer noch zur Selbstverständlichkeit gehört, Menschen vom Leben zum Tod zu befördern, wird Bush sicher das ausgesprochen haben, was der Meinung und dem Selbstverständnis vieler Amerikaner entspricht.

Internationale Menschenrechtskommissionen protestieren dagegen, dass vor dem Prozess schon die Forderung nach der Strafe offen diskutiert wird. Bush's selbstverständliche Erwarung der Todesstrafe für Saddam kommt einer Verurteilung noch vor dem Prozess gleich, wo immer er auch stattfinden wird.

Die Verfechter der Menschenrechte fordern, dass kein Verbrecher, auch nicht der schlimmsten Art, zum Tode verurteilt werden darf, wollen wir uns nicht mit den Mördern und Sadisten auf eine Stufe stellen, über die wir uns zu Richtern aufschwingen. Abgesehen davon würde der hingerichtete Saddam zum Märtyrer für Extremisten und Terroristen.

Beiträge: 973 | Registriert seit: Mrz 2002  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 4 erstellt am: 20. Dezember 2003 21:47      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Im US-Bundesstaat Illinois wurden abgeschlossene Prozesse auf Lücken, Irrtümer und Ungereimtheiten untersucht. Die Kommission unterbreitete Vorschläge zur Verbesserung der Rechtsprechung, damit weniger himmelschreiende Fehlurteile zu Stande kommen. Gouverneur George Ryan begnadigte daraufhin sämtliche 167 Häftlinge, die der Tod durch Injektion erwartete. Mehr als zwei Drittel der begnadigten Todeskandidaten waren Schwarze. „Weil das System der Todesstrafe in Illinois willkürig und zufällig ist – und deshalb jeder moralischen Begründung entbehrt –, werde ich nicht mehr an der Maschine des Todes herumpfuschen“, begründete Ryan seine Entscheidung.

Die Verhältnisse in Illinois sind nicht die Ausnahme. Illinois ist Amerika. Die Höchststrafe wird „primär gegen die Schwachen, die Armen, die Unwissenden und gegen rassische Minderheiten verhängt“, stellte der einstige kalifornische Gouverneur Pat Brown vor über 40 Jahren fest. „Selten werden Menschen mit Geld oder Prestige für Kapitalverbrechen verurteilt, noch seltener werden sie hingerichtet“, sagte Ryan. Die Geschworenen, auf deren Urteil es ankommt, können sich Gefühlen nicht entziehen, Richter, Staatsanwälte und Polizeichefs müssen sich Wahlen stellen. Schon aus Eigennutz stehen sie unter Erfolgsdruck. Die Pflichtverteidiger werden vom Staat karg bezahlt, wenn sie es (oft ohne Mordprozesserfahrung) mit Vorbestraften zu tun haben, stehen sie auf verlorenem Posten. Und oft sind die Verteidiger unfähig und korrupt. Anwalt Joe Cannon aus Houston in Texas verbrachte weite Teile eines Mordprozesses schlafend.

12 der 50 US-Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft. Sie besitzt eh keine abschreckende Wirkung. Und: Viele Menschen sitzen unschuldig im Knast – manche von ihnen werden „legal“ umgebracht!

Das amerikanische Rechtssystem um die Todesstrafe liegt in Trümmern. Die Höchststrafe ist unvereinbar mit den Grundlagen eines Rechtsstaates.

Dort, wo die Todesstrafe abgeschafft wurde, erfolgte dies aus gutem Grund. Für Saddam Hussein (und andere Diktatoren) empfinde ich kein Mitleid. Wenn einer die Todesstrafe verdient hat, dann er. Gesetze (keine amerikanische!) müssen jedoch auch in seinem Fall Anwendung finden. Es darf also nicht sein, dass Gesetze so zurechtgebogen werden, wie es dem gemeinen Volk und George W. B. gefällt.

Menschlich ist es, Sünde treiben;
Teuflisch ist es, in Sünde bleiben;
Christlich ist es, Sünde hassen,
Göttlich ist es, Sünd' erlassen.
(Friedrich v. Logan)

[ 22. Juli 2004, 17:26: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Kassandra
Mitglied
Benutzer # 142

Icon 1 erstellt am: 20. Dezember 2003 23:43      Ansicht des Profils von Kassandra     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Die mutige Tat des Gouverneurs habe ich mit Begeisterung gelesen und daran die Hoffnung geknüpft, dass vielleicht nach und nach die Menschen in den "Todesstrafen-Staaten" sich auf die Menschenrechte besinnen, deren Verletzung sie den sogenannten "Schurkenstaaten" vorwerfen.
Zu meinem größten Entsetzen las ich dieser Tage in der Zeitung, dass eben gegen diesen Gouverneur wegen Korruption, Betrugs o.ä. ermittelt wird.
Auf der einen Seite schätze ich ihn hoch wegen seines Muts, denn den braucht man als Politiker, wenn man gegen den Strom schwimmt. Aber vielleicht wusste er da schon, dass seine Karriere auch wegen seiner eigenen Vergehen beendet sein würde. Wie auch immer, die eine menschliche Handlung rechne ich ihm nach wie vor hoch an.
Für Saddam Hussein oder für welchen Verbrecher auch immer mache ich keinen Unterschied. Er muss vor ein ordentliches Gericht - möglichst internationales Gericht, das nicht voreingenommen ist und dann mit der Höchststrafe bedacht werden, wenn seine Verbrechen bestätigt werden. Und daran zweifelt wohl keiner von uns. Die Höchststrafe darf n i e m a l s die Todesstrafe sein. Und wenn ich mich auch immer wiederhole, keiner hat das Recht einem anderen das Leben zu nehmen.

Das unterscheidet die Rechtsstaatlichkeit von der Willkür der Diktatur.

Beiträge: 973 | Registriert seit: Mrz 2002  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 2 erstellt am: 01. Januar 2004 16:43      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ex-Gouverneur Ryan ist kein liberaler Gutmensch, sondern ein typischer Konservativer: schillernd, rücksichtslos, affärenerprobt, lebensprall. Doch er zog radikale Schlussfolgerungen und wandelte sich vom Saulus zum Paulus: "Wenn wir Unschuldige hinrichten, untergraben wir unseren Sinn fürs moralische Gleichgewicht, anstatt ihn zu bestärken."

Saddam H. soll inzwischen ebenfalls für das Abschaffen der Todesstrafe sein. [Breites Grinsen]

[ 01. Januar 2004, 16:49: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Dr.Klöbner
Mitglied
Benutzer # 1000

Icon 9 erstellt am: 19. Oktober 2005 12:35      Ansicht des Profils von Dr.Klöbner         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hallo zusammen,

manche Themen im Archiv des Forums sind ja tatsächlich wieder aktueller denn je. Zudem ist es wieder einmal Zeit über andere Dinge, als Fotos (obwohl die hervorragend sind) oder den Hasen Muggl zu diskutieren.

Der Prozeß gegen den Ex-Diktator wird spannend und weltweit von vielen Bösen und guten Mächten beobachtet. Das Ergebnis - so wie der Prozeß selber - wird zu Diskussionen führen und keinesfalls alle zufriedenstellen.

Es wäre spannend, hierzu einmal einige Meinungen zu hören. Für mich kommt die Todesstrafe aus mehreren Gründen nicht in Frage. Man würde Hussein damit unnötigerweise in den Augen vieler Fundamentalisten aufwerten, in künftigen Fällen nur dafür sorgen, dass sich derartige Diktatoren noch verbissener an der Macht halten und die Todesstrafe insgesamt als Mittel der Bestrafung gesellschaftlich weiter zementieren.

Bei den Verbrechen, die er begangen hat neigt man dazu, sich die Todesstrafe zu wünschen. Allerdings ist der Machtverlust, die Bloßstellung
und die Inhaftierung für solche Menschen ohnehin viel schlimmer.

MfG
Dr. Klöbner

Beiträge: 110 | Registriert seit: Okt 2004  |  IP: gespeichert
Kassandra
Mitglied
Benutzer # 142

Icon 1 erstellt am: 19. Oktober 2005 13:23      Ansicht des Profils von Kassandra     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Für mich hat sich an der Einstellung zur Todesstrafe grundsätzlich nichts geändert. Saddam Hussein ist ein Massenmörder und Sadist, daran besteht kein Zweifel.

Für jeden, der sich als Humanist versteht, ist die Todesstrafe in keinem Fall gerechtfertigt.
Kein Mensch hat das Recht, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Auch wenn dieser Mensch Hitler oder Saddam Hussein heißt. Wie sollten wir uns von Mördern und skrupellosen Diktatoren unterscheiden, wir stünden mit ihnen auf einer Stufe.
Wann das den so "christlich " konservativen Amerikanern endlich klar werden wird?

[ 19. Oktober 2005, 13:24: Beitrag editiert von: Kassandra ]

Beiträge: 973 | Registriert seit: Mrz 2002  |  IP: gespeichert
Schrumpfi
Neues Mitglied
Benutzer # 1266

Icon 1 erstellt am: 27. Oktober 2005 23:30      Ansicht des Profils von Schrumpfi         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Hussein ist ein Schlächter und ein Mörder - Bush führt einen Angriffskrieg gegen den Irak-
in/für Deutschland wäre dies strafbar! Da bin ich stolz drauf!!!

Beiträge: 4 | Registriert seit: Okt 2005  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 28. Oktober 2005 11:46      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
ähm, wo biste stolz drauf?
Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert


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