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Autor Thema: Ausverkauf der Demokratie?
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 4 erstellt am: 20. November 2003 14:42      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
"Viele Manager, die ... aus Machtstreben und Größenwahn zu Wirtschaftsverbrechern geworden sind, haben den Aktionären und damit den Verbrauchern zig Milliarden weggenommen. Der Verbraucher ist jetzt ängstlich und spart, weil er sich Sorgen um die Zukunft macht." Das sagt Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Er meint, die Unternehmer hätten dafür zu sorgen, dass "unser Heimatland wirtschaftlich läuft". Wenn Menschen auf die Straße gesetzt, gleichzeitig andere in anderen Ländern eingestellt werden, dann habe der Unternehmer in der sozialen Marktwirtschaft seine Pflicht nicht erfüllt.

"Solange wir Unternehmer Arbeitsplätze auflösen und vom Sozialstaat verlangen, dass er diese versorgt, können wir sicher nicht über niedrigere Steuern sprechen ... Das größte Problem ist, dass die, die versagen, auch noch Geld bekommen, und die, die Leistung bringen, immer mehr zahlen müssen."

Weil Grupp mit seinem privaten Vermögen haftet, überlegt er sich jede Entscheidung mehrmals. "Die anderen lassen ihrem Größenwahn freien Lauf, kaufen in guten Zeiten mit fremden Geldern alles auf und werfen später dem Staat und dem Steuerzahler den Bettel hin. Die Verantwortlichen aber bekommen als Dank für ihre Fehlleistungen Millionen ... Die Haftung der Verantwortlichen muss gegeben sein. Bei Managern mindestens mit den Bezügen, die sie in dem Unternehmen bekommen haben. Wenn die Vorstände und Aufsichtsräte entsprechend haften müssten, würde unsere Wirtschaft anders aussehen."

Grupp meint, der Profit dürfe nicht so weit gehen, "dass ich meinen Kindern weniger zu essen gebe, damit ich mehr Profit habe". Man könne in einer sozialen Marktwirtschaft nicht auf Kosten der Mitarbeiter Profit machen.

Für Grupp sei es indiskutabel, als gestandener Unternehmer an die Börse zu gehen. "Wer heute an die Börse geht, der braucht Geld und hat ein Problem, das er loswerden will."

Der "König von Burladingen" bezeichnet sich als "Gerechtigkeitsfanatiker". "Wenn es mir gut gehen soll, dann muß es auch meinen Mitmenschen gut gehen. Ich bin stolz, ... von meinen Mitmenschen geschätzt zu werden. Wenn diese mich nur als Ausbeuter sehen würden, wäre das sehr traurig."

[ 23. November 2003, 20:33: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 4 erstellt am: 20. Dezember 2003 21:57      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Nichts erhält die Gesetze so wirksam wie ihre Anwendung gegen hochgestellte Personen. (Tacitus)
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Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 4 erstellt am: 02. Januar 2004 00:53      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Der Zugang zur Macht muss Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind. (Plato)
Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 4 erstellt am: 02. Januar 2004 00:58      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Es gibt immer eine Gelegenheit, die Freiheit zu verteidigen. Man muss sie praktizieren, um sie am Leben zu erhalten.
Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 02. Januar 2004 13:29      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Meine Rede seit Anno Tobak!
Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert
Kassandra
Mitglied
Benutzer # 142

Icon 1 erstellt am: 02. Januar 2004 13:37      Ansicht des Profils von Kassandra     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Kokel,
hast du zu Weihnachten eine Zitatensammlung erhalten?
Kann von Nutzen sein.

Beiträge: 973 | Registriert seit: Mrz 2002  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 2 erstellt am: 03. Januar 2004 18:53      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Die freie Marktwirtschaft
(Kurt Tucholsky, 1931)

Da stehn die Werkmeister - Mann für Mann.
Der Direktor spricht und sieht sie an:
"Was heißt hier Gewerkschaft!
Was heißt hier Beschwerden!
Es muss viel mehr gearbeitet werden!
Produktionssteigerung! Dass die Räder sich drehn!"
Eine einzige kleine Frage:
Für wen?

Ihr sagt: Die Maschinen müssen laufen.
Wer soll sich eure Ware denn kaufen?
Eure Angestellten? Denen habt ihr bis jetzt
das Gehalt wo ihr konntet heruntergesetzt.
Und die Waren sind im Süden und Norden
deshalb auch nicht billiger geworden.
Und immer sollen die Räder sich drehn ...
Für wen?

Für wen die Plakate und die Reklamen?
Für wen die Autos und Bilderrahmen?
Für wen die Krawatten? Die gläsernen Schalen?
Eure Arbeiter können das nicht bezahlen.
Etwa die der anderen? Für solche Fälle
habt ihr doch eure Trusts und Kartelle!
Ihr sagt: Die Wirtschaft müsse bestehn.
Eine schöne Wirtschaft!
Für wen?

Das laufende Band das sich weiterschiebt
liefert Waren für Kunden die es nicht gibt.
Ihr habt durch Entlassung und Lohnabzug sacht
eure eigene Kundschaft kaputt gemacht.
Denn Deutschland besteht - Millionäre sind selten -
aus Arbeitern und Angestellten!
Und eure Bilanz zeigt mit einem Male
einen Saldo mortale.
Während Millionen stempeln gehn.
Die wissen für wen.

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 1 erstellt am: 24. Januar 2004 15:31      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zitat:
Original erstellt von Kokeltaler:
... Wir müssen nicht stur bei Politik bleiben, stattdessen sollten wir möglichst viele Aspekte im In- und Ausland - auch aus dem täglichen Leben - ansprechen...


Ein Beispiel aus dem täglichen Leben möchte ich hier anführen:

Vor ein paar Tagen erhielten wir den Abgabenbescheid 2004 der Stadt Wiehl. Dazu ein Erläuterungsschreiben über die Grundsteuern, Abwasser, Wasser, Hundesteuer, Straßenreinigung, Zweitwohnungssteuer und Abfallgebühren.

Im Großen und Ganzen sind die Steuersätze unverändert geblieben, die Abfallgebühren sinken sogar leicht.

Die sehr umstrittene Hundesteuer (!) und der Grundpreis für den Wasserzähler (Haushaltszähler) sind allerdings erheblich angehoben worden.

Als Grund für die Anhebung des Wasserzählerpreises wird folgendes angegeben:

Bisher hatten wir den Preis seit 1997 halten können. Da ein Trend der Konsumenten zur Einschränkung beim Wasserverbrauch besteht, wurde die Erhöhung zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke notwendig. Die Rechnung erhalten Sie von der Gasgesellschaft Aggertal...

Liebe Leute, ich frage euch, wird jetzt der Otto-Normal-Bürger auch noch fürs Sparen bestraft? Sollte man nicht froh darüber sein, wenn die Bürger verantwortungsvoll mit unseren irdischen Grundelementen umgehen?

Es ist doch geradezu paradox, den Bürger einerseits zum Energiesparen zu animieren und auf der anderen Seite ihm auch noch dafür das Geld aus der Tasche zu ziehen...

Könnte man die Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke nicht anders finanzieren, als wieder und wieder den Bürger zu belasten?

[ 24. Januar 2004, 15:32: Beitrag editiert von: Birgit ]

Beiträge: 2994 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Lothar Klein
Mitglied
Benutzer # 253

Icon 1 erstellt am: 24. Januar 2004 22:27      Ansicht des Profils von Lothar Klein   Senden Sie eine eMail an Lothar Klein   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Birgit,
diese Begründung habe ich auch gelesen. Sie hat mich allerdings nicht überrascht, sondern ist, so bitter sie sein mag, geradezu logisch und konsequent. Gebühren müssen so hoch sein, dass die Unkosten, sprich der Aufwand der damit verbunden ist, gedeckt werden kann. Wenn weniger verbraucht wird, sinken auc die Einnahmen, bei gleichbleibenden Unkosten. Die fehlenden Beträge müssen dann anderweitig wieder hereingeholt werden. Dies kann man nur durch Gebührenerhöhungen erreichen.
Das gleiche Spiel läuft doch auch beim Stromverbrauch. Der Bürger wird zum Strom sparen angehalten. Tut er das, so haben die Stromkonzerne weniger Einnahmen. Sie agieren nicht mehr wirtschaftlich und werden folglich den Preis pro Kilowattstunde erhöhen. Beim Benzinpreis ist es auch nicht anders. Wenn der Autofahrer weniger Benzin verbraucht, werden die Konzerne den Benzinpreis erhöhen.
Birgit, es ist zwar bitter und irgendwie auch kurios, rein betriebswirtschaftlich aber vollkommen logisch.
Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es klug war, dass die Stadtwerke diese Begründung den Bürgern schwarz auf weiss gegeben hat. Eines muss man alerdings sagen: es war wenigstens ehrlich !!

Beiträge: 143 | Registriert seit: Jul 2002  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 9 erstellt am: 26. Januar 2004 09:44      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Auch wer Müll vermeidet und gewissenhaft Abfall sortiert (grüner Punkt), kann nicht mit Gebührensenkungen rechnen. Die Müllverbrennungsanlagen (an deren Bau irgendjemand profitiert hat) seien nicht ausgelastet, heißt es dann; Müll wird quer durch die Republik gekarrt (oder ins Ausland verschoben) und die nächste Gebührenerhöhung folgt bestimmt.

Mit Müll kann man Geld verdienen!

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
C O R N E L
Mitglied
Benutzer # 698

Icon 11 erstellt am: 26. Januar 2004 15:44      Ansicht des Profils von C O R N E L     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Und was lernen wir daraus ?
Sparen, bei welcher Ressource auch immer, macht keinen Sinn, denn wenn wir mehr verbrauchen, wird es wahrscheinlich eher billiger, da die entsprechenden Konzerne sich dann auch eher rentieren.

Die Welt ist betriebswirtschaftlich gesehen schon verrückt !

Beiträge: 2471 | Registriert seit: Jun 2003  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
Mitglied
Benutzer # 725

Icon 1 erstellt am: 18. Februar 2004 10:17      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Bundeskanzler Schröder hat in der Diskussion um die Bezüge deutscher Topmanager für einen strikten Zusammenhang zw. der Bezahlung des Vorstands u. dem Erfolg des Unternehmens plädiert. Entscheidende Kriterien seien nicht nur Gewinn, sondern auch die Frage, wie das Unternehmen mit den Beschäftigten umgehe.

Bundestagspräsident Thierse warf den „Bossen“ vor, die Reformen zu blockieren, da sie von Arbeitnehmern verlangten flexibler zu sein u. auf Lohnzuwachs zu verzichten, während die Vorstände ihre ohnehin gigantischen Gehälter erhöhten. Reformbereitschaft und Verzichtkultur müssten in den oberen Etagen beginnen.

Nach Zahlen der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bekamen die Vorstände der Dax-Unternehmen 2002 durchschnittlich 7,4 % mehr als im Jahr davor. Bei der Deutschen Telekom erhöhten sich die Vorstandsgehälter um 6 %, obwohl sich der Verlust je Aktie verfünffacht hatte. Bei BASF erhielten die Vorstände 41 % mehr, obwohl der Unternehmenswert um 73 % sank. Thierse sagte, das sei ein obszöner Vorgang.

Tja, nur wer hat, kriegt noch geschenkt.

[ 26. März 2004, 19:48: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
C O R N E L
Mitglied
Benutzer # 698

Icon 8 erstellt am: 18. Februar 2004 11:07      Ansicht des Profils von C O R N E L     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ist ja Wahnsinn, ich glaubte ich sollte mal ganz schnell nach oben aufsteigen, wenn ich sehe, was man da verdienen kann. [Lächeln]

Und dann machen die Arbeitgeber noch so einen Aufstand, wenn z.B. die IG Metall 2-4% mehr Lohn fordert. Frechheit !!!

Ist das eigentlich inzwischen auch in NRW durch ?
Soviel ich weiß, gelten die Abschlüsse z. Zt. nur in Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz.

Beiträge: 2471 | Registriert seit: Jun 2003  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
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Benutzer # 725

Icon 9 erstellt am: 23. März 2004 20:30      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Der Jobverlust geht weiter. Siemens will 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen und unter anderem nach China verlagern.

Die IT-Branche allein hat im vergangenen Jahr 70.000 Arbeitsplätze verloren - an Billiglohnländer mit gut ausgebildeten Arbeitskräften, die nicht durch starre Tarifbedigungen oder kostspielige Sozialgesetze "behindert" werden.

"Die Abwanderung von Unternehmen wird steuerlich subventioniert" sagt Prof. Lorenz Jarass von der Fachhochschule Wiesbaden, Berater der Bundesregierung u. der EU. Für deutsche Unternehmen sei es sehr attraktiv, im Ausland zu produzieren. Alle Investitionen sind in Deutschland steuerlich absetzbar, der Gewinn steuerfrei.

[ 23. März 2004, 21:31: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert
Kokeltaler
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Benutzer # 725

Icon 1 erstellt am: 29. April 2004 16:15      Ansicht des Profils von Kokeltaler         Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Die Leistung der Führungskräfte bemisst sich nicht danach - jedenfalls sollte sie es nicht! -, wieviele Arbeitsplätze abgebaut werden. Das offene Gespräch und die Zusammenarbeit mit der Belegschaft gehören zu einem funktionierenden Betrieb.

Dem konträr stehen z. B. Seminare, die sich mit den Themen "Wie kündige ich unkündbare Mitarbeiter?" oder "Wie schalte ich den Betriebsrat aus?" befassen. Das ist nicht Stil einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.

[ 29. April 2004, 19:16: Beitrag editiert von: Kokeltaler ]

Beiträge: 178 | Registriert seit: Jul 2003  |  IP: gespeichert


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