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Autor Thema: Gedichte
ricci
Mitglied
Benutzer # 19

Icon 1 erstellt am: 30. Dezember 2002 17:46      Ansicht des Profils von ricci     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Zum guten Schluss...

Freunde?

Ich brauche keine Freunde
die mir nach dem Munde reden

sondern solche die mit ihrem Rate
mir zu widersprechen wagen

wenn ich auf dem besten Wege
eine Dummheit zu begehen

die mir helfen wieder aufzustehn
wenn ich in Not am Boden liege

und nicht achselzuckend abwenden
als würden sie mich nicht kennen...

doch gibt's leider viel zu viele von
solchen

by chara

Beiträge: 37 | Registriert seit: Mrz 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 1 erstellt am: 07. Februar 2003 11:12      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Schlimm daran

Mein Kind, ich bin ein Dichter.
Weißt du, was das heißt?
Jedermann ist mein Richter,
Sei er so dumm als dreist.

Ich muss mich belächeln lassen
Von jedem Krämerkommis.
Was gilt dem Volk auf den Gassen
Das bischen Poesie?

Sie haben Goethe im Schranke
Und schöne Worte im Mund,
Aber ihr höchster Gedanke
Ist Skat bis zur Morgenstund'.


Gustav Falke
(1853-1916)

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 1 erstellt am: 05. März 2003 11:19      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
«nach gott natürlich liebe ich dich
amerika du land der pilgerväter undsoweiter oh
sag kannst du nicht sehn wie morgendlich
in meinem land jahrhunderte nur so
kommen-und-gehen na und was scheren wir uns drum
in jeder sprache auch in der taubstummen
verkünden deine söhne laut dein heldentum
himmelarschundzwirn verstummen
muß das gequassel von der schönheit was könnte schö-
ner sein als unsre tapfren seligen toten die
wie löwen zum gemetzel rannten munter
nicht stoppten um zu denken lieber starben sie
soll nun der freiheit stimme nicht mehr tönen? »

Sprachs. Und kippte ein glas wasser runter

Edward E. Cummings
(1894-1962)

deutsch: Eva Hesse

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 14 erstellt am: 08. April 2003 18:15      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Wegkreuz

Komm,
setz dich zu mir,
am Wegkreuz
unserer Leben.

Teile
das Brot mit mir
und erzähle mir,
woher du kommst.

Du mußt
nicht
mit mir
weiterwandern,

denn ich
fürchte mich nicht
vor der Nacht,
der Stille
oder
dem Wind.

Aber bleib so
noch einen
Augenblick....

.....so.....

.....unberührbar
wie ich.........

.....damit
mein Atem
nie......

....deinen
Herzschlag
vergisst.


© Claudia Maria Kist-Johansen

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Günther
Administrator
Benutzer # 2

Icon 1 erstellt am: 14. April 2003 12:09      Ansicht des Profils von Günther   Senden Sie eine eMail an Günther   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Wenn alles sitzen bliebe,
Was wir in Haß und Liebe
So voneinander schwatzen;
Wenn Lügen Haare wären,
Wir wären rauh wie Bären
Und hätten keine Glatzen.

Wilhelm Busch
(1832-1908)

Beiträge: 1664 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 04. Juli 2003 18:48      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ballade des äußeren Lebens

Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,
die von nichts wissen, wachsen auf und sterben,
und alle Menschen gehen ihre Wege.

Und süße Früchte werden aus den herben
und fallen nachts wie tote Vögel nieder
und liegen wenig Tage und verderben.

Und immer weht der Wind, und immer wieder
vernehmen wir und reden viele Worte
und spüren Lust und Müdigkeit der Glieder.

Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte
sind da und dort, voll Fackeln, Bäumen, Teichen
und drohende, und totenhaft verdorrte...

Was frommt das alles uns und diese Spiele,
die wir doch groß und ewig einsam sind
und wandernd nimmer suchen irgend Ziele?

Was frommt's, dergleichen viel gesehen haben?...
Und dennoch sagt der viel, der "Abend" sagt,
ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt

wie schwerer Honig aus den hohlen Waben.

Hugo von Hoffmansthal

Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert
Markus Kasel
Mitglied
Benutzer # 39

Icon 1 erstellt am: 05. Juli 2003 10:05      Ansicht des Profils von Markus Kasel   Senden Sie eine eMail an Markus Kasel   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich, wie ein fromm Gewissen;

Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;

Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;

Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstr' es:

Friede! Friede! Friede!-

Beiträge: 3135 | Registriert seit: Aug 2001  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 06. Juli 2003 13:34      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Annette von Droste-Hülshoff
(1797 - 1848)

Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert
Oma
Mitglied
Benutzer # 368

Icon 1 erstellt am: 06. Juli 2003 20:32      Ansicht des Profils von Oma     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor. -

(Wilhelm Busch)

[ 06. Juli 2003, 20:35: Beitrag editiert von: Oma ]

Beiträge: 128 | Registriert seit: Nov 2002  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 06. Juli 2003 20:42      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Fein, Oma, fein.
Hier noch ein Gassenhauer vom selben Autor:

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert
Kassandra
Mitglied
Benutzer # 142

Icon 1 erstellt am: 06. Juli 2003 23:55      Ansicht des Profils von Kassandra     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Ist der Ruf erst ruiniert,
lebt's sich weiter ungeniert.

Beiträge: 973 | Registriert seit: Mrz 2002  |  IP: gespeichert
Oma
Mitglied
Benutzer # 368

Icon 1 erstellt am: 10. August 2003 17:59      Ansicht des Profils von Oma     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Schlicht und einfach war Dein Leben
Klein und trocken Deine Hand
Für die Deinen nur zu streben
Weiter hast Du nichts gekannt
- Tja!

Beiträge: 128 | Registriert seit: Nov 2002  |  IP: gespeichert
Joy
Mitglied
Benutzer # 735

Icon 1 erstellt am: 30. August 2003 15:21      Ansicht des Profils von Joy     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Der schönste Stern

Als du geboren wurdest,
hat es geregnet.
Aber es war kein regen.
es waren die Engel, die weinten,
weil sie den schönsten Stern
verlohren hatten.

Joy

Beiträge: 12 | Registriert seit: Aug 2003  |  IP: gespeichert
Hank
Mitglied
Benutzer # 303

Icon 1 erstellt am: 25. Oktober 2003 11:30      Ansicht des Profils von Hank   Senden Sie eine eMail an Hank   Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Es sprach der Herr zum Knecht:
"Mir ist´s entsetzlich schlecht!"
Drauf sprach der Knecht zum Herrn:
"Das hört man aber gern!"

Beiträge: 758 | Registriert seit: Okt 2002  |  IP: gespeichert
Birgit
Mitglied
Benutzer # 4

Icon 1 erstellt am: 25. Oktober 2003 20:08      Ansicht des Profils von Birgit     Private Nachricht versenden       Editieren/Löschen des Beitrags   Antwort mit Zitat 
Wider-sprüchlich-keiten

schwer
fällt es mir
wider-sprüchlich-keiten
richtig zu verstehen

naiv
bin ich nicht
aber ich höre
deinen worten zu

glauben
muss ich dennoch
aber ich denke
so schmilzt vertrauen

Karin Fiedler

Beiträge: 2995 | Registriert seit: Jan 2001  |  IP: gespeichert


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