Thema: Wiehler Güterschuppen unter Denkmalschutz?? im Forum: Allgemeines Forum bei: Wiehler Community.


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erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 09. Juni 2004, 13:35:
 
In Wiehl hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die den Abriss des Güterschuppens am Bahnhof verhindern will.
Nach monatelangen mühevollen Planungen, Gesprächen, Abwägen des Pro und Contra, scheint jetzt auch der Denkmalschützer einsichtig zu sein. Die Ansiedlung des Petzmarktes und die Straßenplanung sind auf dem Weg.
Nun kommen einige Wiehler Bürger mit dem Aufruf, das alles zu verhindern. Man will mit den Politkern verhandeln und eine andere Möglichkeit für die neue Straßenführung vorschlagen.

Ich bin bestimmt für das Recht der Bürger,
ihre Meinung zu sagen und auch Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Ob man aber noch ernst genommen wird, wenn man die Bürger nach jahrelanger Diskussion und Planung jetzt zum Protest aufruft? Haben sich die Initiatoren Gedanken darüber gemacht, wieviel Geld die Planung jetzt schon gekostet hat und wer die neue Ausarbeitung bezahlen soll?`
Wie lange sich der Petzmarkt noch gedulden soll, bis er endlich einen geeigneten Standort hat, um dem Einkaufszentrum am Weiherplatz gewachsen zu sein?
Wer so lange pennt, der kann nicht ernsthaft erwarten, noch etwas ändern zu können. Für die in den Sand gesetzten Vorplanungen hätten wir den alten Schuppen vergolden können.
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 10. Juni 2004, 10:42:
 
Ach, der alte Schuppen - da werden Jugenderinnerungen wach. [Lächeln]
Apropos Petzmarkt: ich steh da grad in Verhandlungen mit einem jungen Herrn wegen eines Skaterparks - was ist denn geplant für das alte Petzgelände?
Das war doch dann frei, oder?

Und das Gebäude bleibt stehen, oder wie?
und was wird aud der Schweine-Disco? [Winken]
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 10. Juni 2004, 13:36:
 
Du stellst Fragen. Für die Schweinebox bin ich noch zu jung. Die kennn ich nur vom Erzählen. Was aus der wird, ist in meiner Gegenwart noch nicht besprochen worden. Aber das heißt gar nichts. Der
Petzmarkt wird sicher nicht zu einer Skaterhalle. Dafür gab es eine Reihe Denkanstöße. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Immer so weit ich weiß
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 22. Oktober 2004, 09:31:
 
Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie kreativ unsere Mitbürger werden, wenn es darum geht, fertige Planungen zu zerreden. Wie man hört, soll die "Initiative zur Rettung des Güterschuppens" bis heute bereits 2.400 Unterschriften gesammelt haben. Da stellt sich doch die ernsthafte Frage, welchen Sinn ein Erhalt dieses Schuppens unter Abwägung aller Interessen hat !?

Was haben die Wortführer den Unterschreibenden denn da alles erzählt ? Jedenfalls kann doch der Erhalt eines "Holzschuppens" nicht ausschlaggebend dafür sein, dass 2.400 Mitbürger im guten Glauben eine im Oberbergischen Kreis einzigartige städtebauliche Entwicklung behindern oder gar aufhalten wollen ???

Wäre dieser Schuppen ein ureigenster Bestandteil des alten Bahnhofgebäudes, könnte man u.U. in gewisser Weise noch historisch-architektonische Gründe finden. Der Schuppen wurde aber nachträglich erst an das Bahnhofsgebäude "angezimmert".

Ein Fahrradverleih, wie es Dr. Herbert Nicke in seinem Buch "Die Wiehltalbahn" vorschlägt, kann wohl nicht als ernsthafter Grund zur Erhaltung angesehen werden.

Also bleibt wirklich die Frage offen: Wofür soll dieser Holzschuppen erhalten bleiben ???

MfG
Dr.Klöbner

[ 22. Oktober 2004, 09:33: Beitrag editiert von: Dr.Klöbner ]
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 22. Oktober 2004, 09:42:
 
entschuldigung, ich bin da nicht so im Bilde, aber ich glaube aus der Diskussion ist noch nicht klar hervorgegangen, warum der Schuppen denn jetzt abgerissen werden soll?
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 22. Oktober 2004, 10:19:
 
Zitat:
Original erstellt von Hank:
entschuldigung, ich bin da nicht so im Bilde, aber ich glaube aus der Diskussion ist noch nicht klar hervorgegangen, warum der Schuppen denn jetzt abgerissen werden soll?

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erstellt von Günther (Benutzer # 2) am 22. Oktober 2004, 14:59:
 
Heute habe ich von der Bürgerinititiative für den Erhalt der Güterabfertigung in Wiehl folgende Presseinformation erhalten:

Bürgerbegehren zum Erhalt der Güterabfertigung in letzter Minute gestartet

Wiehl. Die Bürgerinititiative für den Erhalt der Güterabfertigung in Wiehl wird versuchen den in sehr naher Zukunft geplanten Abriss der Güterabfertigung mit Hilfe eines Bürgerbegehrens zu stoppen. Bereits 200 Wiehler Bürger haben sich dem Anliegen des Erhaltes der Güterabfertigung angeschlossen und setzen sich für den Erhalt des Gebäudes ein. Die Initiative weist auf den großen historischen Wert der Güterabfertigung hin, die zusammen mit dem Bahnhof die gesamte südliche Stadtentwicklung geprägt habe. Zukunftsperspektiven für Wiehl, wie die Nutzung als Mobilitätszentrum oder als Kulturbahnhof mit Kleinkunstveranstaltungen gingen der Stadt mit dem Abriss verloren. Ohne eine verkehrspolitische Notwendigkeit opfere man auch je nach Ausführung des Projektes teilweise oder ganz die Zukunftschanchen der Wiehltalbahn. Die Initiative möchte die Stadt Wiehl mit dem Bürgerbegehren in letzter Minute daran hindern viel Geld für ein Projekt auszugeben, das nach ihrer Ansicht verkehrspolitisch einfacher und im Konsens mit allen Bürgern zu haben wäre.
Um das Bürgerbegehren erfolgreich durchführen zu können werden 100 Wiehler Bürger gesucht, die bereit sind jeweils 20 Unterschriften für den Erhalt der Güterabfertigung zu sammeln.
Nur wenn diese bald zusammenkämen und weitere Bürger selber aktiv würden, könne die sinnvolle Nutzung des wertvollen alten Gebäudes noch gesichert werden.
Die Unterschriftenlisten können bei den Homepages der Initiative:
http://www.gueterabfertigung-wiehl.de.vu bzw.
http://p.ro/.gueterabfertigung-wiehl.de
heruntergeladen werden bzw. bei
Hans-Joachim Werner, Lindenbergstrasse 15, 51674 Wiehl, 0160-92392007
bestellt werden.

[ 22. Oktober 2004, 15:02: Beitrag editiert von: Günther ]
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 22. Oktober 2004, 22:19:
 
Wertvolles altes Gebäude ? Grosser historischer Wert ? Hunderte dieser Gebäude hat die Bahn seinerzeit im ganzen Land in Billigbauweise errichten lassen, um Stückgut- und Postverkehr abzuwickeln. Allemal "altes Gebäude" wäre hier noch zutreffend. Ein "Mobilitätszentrum" - was auch immer das sein mag - wäre wahrscheinlich ebenso erfolgreich wie in den vergangenen Jahren die Nutzung als Kulturbahnhof mit Kleinkunstveranstaltungen.

Da stellen wir uns dann alle eine paar Räucherstäbchen auf den Fussboden, sitzen drumherum im Schneidersitz und hören aufmerksam dem Kleinkünstler zu. Dieser weiss dann sicherlich davon zu berichten, dass er von einer zerbeulten Fantadose inspiriert wurde, sich grundsätzlich mit dem Werkstoff "Weissblech" zu beschäftigen. So ein Mist ! Ich bitte um Entschuldigung für dieses Klischee, aber eine derart polemische Presseerklärung provoziert förmlich dazu.

Schade nur, dass die voraussichtliche Entwicklung in dieser Angelegenheit keinen Vergleich zulassen wird. Ich wäre sehr gespannt auf die intensive Nutzung des Kleinkünstlerkulturbahnhofes. Welche Künstler wollen denn ernsthaft in einem Holzschuppen ihre Kunst darbieten ? Im Sommer zu heiss und im Winter zu kalt dürfte wohl kaum etwas musikalisches zur Aufführung kommen. Klassische Instrumente sind bei einem solchen Klima nur dann einsetzbar, wenn der Zuhörer der Intonation keine besondere Bedeutung schenkt.

Theaterähnliche Aufführungen dürften wohl an der Geräuschkulisse der - dann immer noch in unmittelbarer Nähe befindlichen - Hauptstrasse scheitern. Abgesehen vom Zuschauer, der im Sommer schwitzt und im Winter friert.

Auch wenn ich mir Vorlesungen oder Bilderausstellungen vorstelle, komme ich leider nicht zu einem erstrebenswerten Zustand. Ich glaube, das kann man auch den Künstlern selber nicht zumuten.

Es wäre folglich wünschenswert, die Karten auf den Tisch zu legen, um einen "Konsens mit allen Bürgern" zu erreichen. Die Aussagen über eine fiktive Nutzung überzeugen nicht wirklich. Auch wenn die Presseerklärung oberflächlich befriedigend formuliert wurde, fehlt es letzlich doch am notwendigen Gehalt der Aussagen.

Ich möchte nicht als Gegener der Wiehltalbahn gesehen werden. Die Opfer und der Einsatz, der von den Mitgliedern erbracht wird, ist sagenhaft. Auch der Erhalt der Bahn (bis Wiehl) erscheint mir durchaus sinnvoll. Aber wer glaubt denn ernsthaft daran, dass jemals wieder ein Gepäckwagen der Deutschen Bahn in Wiehl unsere Fracht aufnehmen wird ?

Auch wenn es schade ist, dass die Bahn keinen höheren Stellenwert mehr bei uns auf dem Lande erreichen wird. Aber deswegen aus Trotz - mitten in Wiehl - gegen alle ökonomische Vernunft einen Holzschuppen erhalten zu wollen, halte ich denn doch für etwas überzogen. Es wäre schön, wenn Herr Werner seine Ausführungen - beispielsweise hier im Forum - konkretisieren würde.

Mfg
Dr.Klöbner
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 22. Oktober 2004, 22:42:
 
"Gegen alle ökonomische Vernunft" ist das Stichwort.
Den Wiehlern ist durchaus bekannt, dass es seit vielen Jahren schon Überlegungen gegeben hat, was mit dem Schuppen anzufangen sei und ob es nicht besser sei, ihn abzureißen.
Nun, unmittelbar vor dem Abriss, besinnen sich die Freunde der Güterabfertigung darauf, dass dieser baufällige Schuppen durchaus erhaltenswert ist und initiieren ein Bürgerbegehren .
Ich habe schon an anderer Stelle gefragt, warum die Eisenbahnfreunde - die ja wohl die Veranlasser sind - so lange gepennt haben und jetzt aktiv werden, wo nur gegen alle Vernunft solch ein Begehren der Wiehler Bevölkerung gefordert werden kann.
Ich will nicht alles das wiederholen, was ich vor ein paar Wochen schon geschrieben habe. Die Pläne für die neue Vekehrsführung steht, und ich bin sicher, dass der Schuppen schon in kurzer Zeit der Vergangenheit angehören wird.

Die Vorstellung, dass das baufällige Gebäude für kulturelle Zwecke genutzt werden könne, ist geradezu lächerlich. Welche Art von Kultur sollte da stattfinden? Wer sollte den nötigen Umbau finanzieren? Und vor allem, wer von denen, die jetzt das Bürgerbegehren fordern und unterstützen, würde dann in den geplanten kulturellen Veranstaltungen zu sehen sein?

Ich kann nur hoffen, dass so genug vernünftige und realistische Wiehler gibt, die dieses angepriesene Bürgerbegehren als solches ansehen, was es in Wirklichkeit ist:
ein echter Schildbürgerstreich. [Ha!]
 
erstellt von Konservativer (Benutzer # 1016) am 18. November 2004, 01:13:
 
Zitat:
Original erstellt von Kassandra:
In Wiehl hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die den Abriss des Güterschuppens am Bahnhof verhindern will.
Nach monatelangen mühevollen Planungen, Gesprächen, Abwägen des Pro und Contra, scheint jetzt auch der Denkmalschützer einsichtig zu sein. Die Ansiedlung des Petzmarktes und die Straßenplanung sind auf dem Weg.
Nun kommen einige Wiehler Bürger mit dem Aufruf, das alles zu verhindern. Man will mit den Politkern verhandeln und eine andere Möglichkeit für die neue Straßenführung vorschlagen.

Ich bin bestimmt für das Recht der Bürger,
ihre Meinung zu sagen und auch Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Ob man aber noch ernst genommen wird, wenn man die Bürger nach jahrelanger Diskussion und Planung jetzt zum Protest aufruft?

Auch "nach jahrelangen Planungen" kann man Fehler machen oder Dinge übersehen. Ist die verwendete Zeit ein Ausweis an Qualität?

M.E. hat die Initiative nicht zum Protest aufgerufen, sondern um das Überdenken der Planungen gebeten und hat dafür gute und durchdachte Argumente, wie ich auf ihrer Seite nachlesen konnte:

http://www.gueterabfertigung-wiehl.de.vu
Die Bürgerinitiative hat auch um einen Dialog mit den örtlichen Politikern gebeten.

Zitat:
Haben sich die Initiatoren Gedanken darüber gemacht, wieviel Geld die Planung jetzt schon gekostet hat und wer die neue Ausarbeitung bezahlen soll?`
Es scheint mir so, dass die Bürgerinitiative dies sehr genau und verantwortungsbewußt getan hat. Sie hat sich mit der Finanzierung der städtischen Planungen und den möglichen Alternativen beschäftigt. Ich kann mich jedoch auch täuschen... Auf der Homepage der Bürgerinitiative ist zu lesen, dass allein die Kosten für die Bahnüberquerung mindestens bei 500 000 Euro liegen. Die voraussichtlichen Kosten für die Strassen, den Bahnübergang und die Kosten für den Kreisel werden auf ca. 2.165.000 Euro geschätzt. Die Stadt erhält 65 Prozent der Kosten für den Bau des Kreisels, die Querung sowie für die Strassenbau als Zuschuß aus GVFG-Mitteln. Jedes Jahr wird die Stadt in Zukunft 25 000 Euro an Unterhaltungskosten für die Unterhaltung des Bahnüberganges zahlen müssen, wenn sie sich mit ihren Planungen durchsetzt.
Ich muß der Initiative Recht geben, wenn sie in Zeiten knapper Kassen die Frage stellt, ob eine solches Projekt nicht eine immense Verschwendung öffentlicher Steuergelder darstellt, die wir alle, auch wenn sie nicht von der Stadt Wiehl bezahlt werden, letztlich über Steuern finanzieren müssen.

Zitat:
Wie lange sich der Petzmarkt noch gedulden soll, bis er endlich einen geeigneten Standort hat, um dem Einkaufszentrum am Weiherplatz gewachsen zu sein?
Warum muss sich der Petz denn gedulden?
Es gibt eine gute und grosszügige Anbindung über einen neugeschaffenen Kreisel und er ist über die Wiesenstrasse und Homburgerstrasse gut zu erreichen. Hat denn nicht die Stadt das Zentrum am Weiherplatz geschaffen? Das war doch gewollt, oder nicht? Ist es nicht so, dass die (kleineren?!) Geschäfte am Weiherplatz auch die Konkurrenz des Petzmarktes fürchten müssen? Offengestanden, ich verstehe Ihre Anmerkung nicht.

Zitat:
Wer so lange pennt, der kann nicht ernsthaft erwarten, noch etwas ändern zu können. Für die in den Sand gesetzten Vorplanungen hätten wir den alten Schuppen vergolden können.
Es handelt sich wohl nicht nur um einen Schuppen!
Der wäre aus Holz gebaut. Die Wiehler Güterabfertigung ist jedoch bewußt großzügig und massiv gebaut worden und wurde auf Betreiben der Firma Bergische Achsen sogar entsprechend groß erweitert, so dass man in der näheren Umgebung kaum eine ähnlich dimensionierte Güterabfertigung finden kann.Ich hatte die Möglichkeit sie mir von Innen und aussen anzusehen und die Bausubstanz ist ausgezeichnet!

Ich habe übrigens ein anderes demokratisches Verständnis, was die Möglichkeit der Veränderung angeht. Bürger haben das Recht auch einmal abstinent von der Politik zu sein. Wenn man sich das Geschehen in den Parteien anschaut reizen der Umgang und die politischen Vorschläge nicht gerade zur dauerhaften Mitarbeit. Die Bürger haben zum Glück jedoch zu jeder Zeit das Recht, sich auch wieder in die Politik einzumischen. Eine Meinung kann man ändern, wenn sich andere Argumente als nutzbringend darstellen.
Mir erscheint es in diesem Fall so, als ob die Wiehler Politiker auch in letzter Minute durchaus noch einmal ihre Entscheidung überdenken sollten. Schaden kann so etwas in keinem Fall. Ich kann sie natürlich verstehen, dass sie etwas zurückhaltend reagieren, wenn sie sich schon lange Zeit mit der Frage der Güterabfertigung beschäftigt haben und nun für Sie auf einmal völlig überraschend, eine Gruppe von Bürgern ihre Wünsche und Anregungen kund tut. Sollten wir jedoch bei der vielen Passivität der Menschen nicht dankbar für das Engagement der Menschen für ihre Heimat sein, auch wenn sie in ihren Augen spät kommt?
Im Übrigen gab es meines Wissens auch im Rat schon früher kritische Stimmen zum Abriss des wichtigen Gebäudes, die aber wohl nicht so beachtet worden sind, oder sehe ich dies falsch? Vielleicht hätte
man ja auf sie eher hören sollen?

Als Abschluß möchte ich einmal wie mein Vorgänger ein Bild sprechen zu lassen, dass durchaus für die Notwendigkeit des Erhaltes der Güterabfertigung spricht. Es ist ein altes Wiehler Foto, dass sehr gut zeigt, dass der Bahnhof einschließlich der Güterabfertigung die gesamte südliche Stadtentwicklung geprägt hat. Man zähle einmal die schon vorhandenen Häuser und vergleiche sie mit den jetzt vorhandenen.Demnächst werden wir die historische Entwicklung unserer Heimatstadt in unserem Stadtbild vielleicht nicht mehr wiedererkennen und die Stadt wird an Lebensqualität abnehmen. Doch noch ist es ja nicht zu spät! Ich würde mir nachdenkliche und weise Politiker in unserer Gemeinde wünschen, die so viel Größe haben, auch eine länger vorbereitete Entscheidung beim Aufkommen besserer Argumente noch einmal zu ändern und die das Engagement von Bürgern wohlwollend annehmen, um es zum Wohle der Stadt zu integrieren.

 -

[ 18. November 2004, 02:04: Beitrag editiert von: Konservativer ]
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 22. November 2004, 00:08:
 
Ich bin fassunsglos. Nicht nur wegen des Konservativen. Ich halte es für eine immense Verschwendung privater Gelder, Postwurfsendungen dieser Art an alle Wiehler Haushalte zu verteilen. Es fällt mir allerdings immer noch schwer, herauszufinden, welche Intention Werner & Co. tatsächlich haben.

Ständig ist die Rede von historisch wertvollen Gebäuden, Rückbau von Schienen und vergebenen Chancen für einen effektiven Bahnbetrieb. Dafür herhalten muss jetzt sogar das tragische Unglück auf der Weiershagener Autobahnbrücke. Pfui ! Jeder Unfall ist schrecklich, aber unter dem Strich war es ein Unfall, wie er zu tausenden jährlich passiert. Wenn ich an das Eisenbahnunglück in Meschede denke, müsste ich sagen: Bloß weg mit den Schienen ! Das wäre aber ebenso geschmacklos, also lassen wir das.

Die erneute Renaissance des Themas "Leere öffentliche Kassen" scheint der Aufhänger dafür zu sein, dass die Kosten der geplanten städtebaulichen Entwicklung in Wiehl als Hauptargument herhalten müssen. Wie sähe unser Land wohl aus, wenn das Kostenargument in den vergangenen 200 Jahren immer eine Rolle gespielt hätte ? Könnte man den volkswirtschaftlichen Nutzen und die positiven Impulse für unsere Stadt heute bereits in Beträge fassen, käme uns allen die von Herrn Werner - im Übrigen durchaus korrekt dargestellte - Finanzierung der Maßnahme vor, wie eine Portokasse.

Ich möchte daher noch etwas Zeit verwenden, auf die aufheiternden Möglichkeiten einer künftigen Nutzung des Holzschuppens einzugehen, die uns vorgeschlagen wurden:

1. "Mobilitätszentrum": Ein Schlagwort wird hier zum Programm. Was ist ein Mobilitätszentrum ? Handelt es sich nicht eher nur um eine verheissungsvolle Bezeichnung, hinter der sich nur heisse Luft verbirgt ?

2. "Zentrum für den Touristikbereich": Für welche Touristen denn ? Soll da Personal eingesetzt werden ? Wieviele Touristen müssen denn kommen, um eine Vollzeitstelle zu amortisieren ? Wer organisiert das ? Was ist denn breits unternommen ?

3. "Historische Informationen abrufen": Dieses Argument kann doch nur ein Scherz sein. Um Informationen zur Postkutsche und zu Hohlwegen zu bekommen, soll dieser Schuppen stehenbleiben ??? Wieviele Leute benötgen diese Informationen denn kurzfristig, wenn sie zufällig als Touristen in Wiehl anhalten, in der Hoffnung, vielleicht besonders sehenswerten Hohlwegen zu begegnen ? 20 ? 30 ? 100 ? Hält jemand höhere Zahlen für möglich ? SOllen die Auskünfte etwas kosten ? Wer stellt das Personal ?

4. "Fahrräder ausleihen": Das könnte es doch sein. Wir starten einen bundesweiten Werbefeldzug: "In Wiehl könnt Ihr Fahrräder am Bahnhof ausleihen." Ich gehe davon aus, dass der Erfolg dazu führen wird, dass der Holzschuppen einem Hotel weichen muss, damit wir den zahlreichen Touristen Quartier bieten können.

5. Jetzt kommts: "Reisegeschäfte tätigen": Was ist denn "Reisegeschäfte tätigen" ? Proviant kaufen, oder Fahrkarten, oder nur Beratung ? Fremdenführer mieten, oder eine Kreuzfahrt buchen, oder ist gar der Gang zur Toilette gemeint ? Möglicherweise reicht auch hier meine Phantasie wieder einmal nicht aus.

6. "Einladende Wartehalle für Reisende": Alle, die bisher in Wiehl auf ihre Anschlusszüge oder -flüge warten mussten, die zahlreichen Fahrgäste des ÖPNV, die auf die Weiterfahrt warteten, die Wanderer, die auf dem Weg von Köln ins Sauerland waren und die erschöpften Autofahrer, die am Bahnhof in Wiehl Kurzweil und Erholung herbeisehnten können sich dann in eine einladende Wartehalle setzen - Wiehl wird berühmt. Alle bisherigen Neider werden viel Spass dabei haben !

7. "Snackbereich": Vielleicht gelingt es uns, Mc Donalds oder Burger King zu gewinnen, vielleicht sogar Feinkost Käfer. Denn ansonsten verbinde ich den Begriff Snackbereich unweigerlich mit teuren Brötchen zu unmöglichen Öffnungszeiten.

8. "Güterumschlagplatz": Die Hoffnung stirbt zuletzt ! In Zeiten von "Just in Time"-Produktion und der Ausrichtung unserer Bahn auf Wirtschaftlichkeit kann ich mich nur wiederholen: Kein Güterwagen wird jemals wieder in Wiehl beladen werden.

9. "Kulturzentrum": Auch wieder so ein Begriff, der Effektivität vortäuschen soll. Hierzu habe ich mich bereits ausführlich geäussert. Neu ist allerdings die Aussage von Werner & Co., dass es Interessenten hierfür zu geben seint ? Gibt es sie nun, oder nicht ? Wozu und wer ? Trägt er die Kosten ?

Das Thema wird uns wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ich bin auf die ersten Argumente gespannt, die Sinn machen und nicht den faden Beigeschmack von profillierungssüchtigen und ewig Gestrigen haben.

Damit soll es für heute genug sein.

MfG
Dr.Klöbner
 
erstellt von Birgit (Benutzer # 4) am 22. November 2004, 00:40:
 
Dringend zu überlegen wäre auch der Umstand, wie es sich vereinbaren lässt, dass einerseits Kulturen "aufrechterhalten" und "aufgebaut" werden, siehe Drabenderhöhe - siebenbürgische Tradition, Bau des Turmes, usw. und dass andererseits gegen den Wunsch einiger Wiehler Bürger sozusagen ein "Denkmal aus früherer Zeit" - hier der Wiehler Güterschuppen abgerissen bzw. "entfernt" werden soll.

Man sollte versuchen, die Interessen aller hier lebenden Bürger besser miteinander zu vereinbaren. Mein Augenmerk richtet sich hier ganz klar an unsere Wiehler Politiker.

Ob sie mir diese Frage beantworten können?
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 22. November 2004, 13:21:
 
Birgit, ich meine, den neuerrichteten Turm in Drabenderhöhe mit dem Erhalt des alten Schuppens gleichzusetzen, sei fehl am Platz. Die Interessen aler Wiehler Bürger auf einen Nenner zu bekommen, ist aussichtslos. Du weißt, dass ich deinen Unmut über den Turm in Drabenderhöhe teile, aber die Diskussion um den alten Schuppen läuft doch auf einer anderen Ebene.
Ich weiß, dass viele Wiehler über die "Schuppenaktion" den Kopf schütteln. Unser Herr Doktor hat Recht, wenn er fragt, ob es gerechtfertigt sei, soviel Geld für eine jetzt auch durch die Post zugestellte Bürgerinformation zu verschwenden. Der Aufruf, Geld auf das Konto des Herrn Werner zu überweisen, halte ich schlicht für eine nicht zu überbietende Naivität.

Dem Foto könnten wir sicherlich noch andere anfügen, die auch beweisen, wie "schön" Wiehl einmal war: ohne die Bebauung des Sonnenhangs, der Warth und der Engelhardt. Natürlich gibt es auch neuzeitliche Verunstaltungen, die sich nicht mehr ändern lassen. Unter dem Strich aber sieht es doch so aus, dass die Stadt Wiehl in der kulturellen wie wirtschaftlichen Entwicklung bisher den richtigen Weg gegangen ist. Und so wird es auch hoffentlich bleiben.

Soviel mir aus der Ratssitzung bekannt wurde, steht das Thema Erhalt des Schuppens bei der Stadt Wiehl nicht mehr zur Diskussion. Die Entscheidung ist längst gefallen.
 
erstellt von Birgit (Benutzer # 4) am 22. November 2004, 14:49:
 
Ja, ich muss zugeben, dass der rote Zettel des Bürgerbegehrens irgendwie mit den Tageszeitungen im Alt-Papier gelandet ist...

Aber Kassandra, warum darf ich keine Vergleiche anstellen, warum ist die "Schuppen-Aktion" mit Erhalt von Kultur nicht zu vergleichen?
Es ist doch ein Objekt frührer Zeiten... mir ist es jedenfalls unverständlich, dass einerseits einige Bürger fast unbemerkt alles durch den Stadtrat bringen, wo andere erst Bürgerinitiativen gründen müssen...
 
erstellt von wiehler2004 (Benutzer # 992) am 22. November 2004, 19:55:
 
"der rote Zettel des Bürgerbegehrens irgendwie mit den Tageszeitungen im Alt-Papier gelandet ist..."

Welcher rote Zettel wurde denn da verteilt?

wiehler2004
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 28. November 2004, 23:35:
 
Die Wiehler Bürgerinitiative hat sich in "Oberberg Aktuell" erneut zu Wort gemeldet, nachdem durchgesickert sein soll, der Schuppen werde morgen abgerissen.

Es lohnt nicht, die Pressemitteilung des Herrn Werner vollständig zu wiederholen, aber einige Stellen sind doch so kurios, dass man sie nicht übergehen sollte.
So schreibt Herr Werner:
"Die Bürgerinitiative findet es richtig, im Fall des vorzeitigen Abrisses, die Initiative für den Bestand der Güterabfertigung weiter laufen zu lassen. Man befürchtet, dass mit dem Abriss die Stadt einen ersten Schritt zur Stilllegung der Wiehltalbahn vollziehen könnte"

Den nachfolgenden Text habe ich dreimal gelesen, weil ich das Gefühl hatte, in Phantasia gelandet zu sein:

"Notfalls müsste die Stadt, dann nach Meinung der Bürgerinitiative aus Gründen der Sicherung demokratischer Verfahren und dem Bestehen auf der Souveränität der Bürger, als wichtigste Entscheidungsinstanz, veranlasst werden, die Güterabfertigung wieder aufzubauen. Die Verantwortung für die mit diesem Verfahren verbundenen Kosten, hätten einzig und allein die Verantwortlichen der Stadt wahrzunehmen. Der Abriss wäre für die Stadt dann ein Pyrrhussieg, mit dem sie sich moralisch ins Abseits setzen würde."

Ich glaube, der Text spricht für sich selbst und für den Verfasser.....
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 29. November 2004, 13:09:
 
Gegen 6 Uhr heute, Montag, begann der Abriss des Schuppens.......
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 29. November 2004, 13:33:
 
 -
Wiehl, 29.11.2004, 11:48 Uhr
 
erstellt von T.N.T. (Benutzer # 110) am 29. November 2004, 13:47:
 
Na hoffentlich muss die Stadt ihn nie wieder aufbauen [Breites Grinsen] [Breites Grinsen] [Breites Grinsen] [Breites Grinsen] *lol*

Ich seh immer noch keinen Grund warum so eine baufällige Baracke den Status DENKMAL bekommen sollte. Es hat senen Dienst getan und inzwischen lange genug einfach nur scheisse ausgesehen.

Welche "Kulturkreise" sich in diesem Schuppen wohl versammelt hätten [Durcheinander] [Winken]
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 29. November 2004, 19:22:
 
"scheiße ausgesehen" teile ich nicht. Ich hab da an der Rampe schöne Tage meiner Jugend verbracht und den ganzen Tag geschimpft, daß hier "nix los" sei. Wie man das halt so macht im Alter von 12-18. Insofern, TNT: allerfeinste Kreise haben da verkehrt [Winken]
Gibt´s eigentlich noch den "Mantarlis"-Grill und wenn ja, wird das Büdchen auch abgerissen?
Da haben wir so manche schöne Fritte verspeist.
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 29. November 2004, 21:16:
 
Zitat:
Original erstellt von Hank:
Gibt´s eigentlich noch den "Mantarlis"-Grill?

 -

Zitat:
Original erstellt von Hank:
... und wenn ja, wird das Büdchen auch abgerissen?

... keine Ahnung? Mal sehn, wer dazu was schreiben kann. [Winken]
 
erstellt von Birgit (Benutzer # 4) am 29. November 2004, 21:21:
 
Also den sollten sie zumindest umsiedeln... [Winken] so nach dem Freibadbesuch war das Büdchen für uns immer ne gute Anlaufstelle [Lächeln] wär schade drum

[ 29. November 2004, 21:21: Beitrag editiert von: Birgit ]
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 29. November 2004, 22:33:
 
"Picknick-Grill", aha.
Der Abriß wurde ja grade sogar in der "aktuellen Stunde", WDR, gezeigt, habt ihr gesehen?
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 30. November 2004, 12:58:
 
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Wiehl, 30.11.2004, 11:00 Uhr
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 03. Dezember 2004, 22:37:
 
Bei "Oberberg Aktuell" fordern die Betreiber des Bürgerbegehrens gegen den Abriss des Güterschuppens die Wiehler Bürger auf, aus Trauer und Protest schwarze Schleifen an der Abbruchstelle anzubringen.

Ich hatte schon gedacht, es werde Mahnwachen geben bis der Fall Güterschuppen begraben ist.
 
erstellt von T.N.T. (Benutzer # 110) am 04. Dezember 2004, 05:09:
 
Wir wärs wenn wir den 30.11. zum "Deutschen Güterbaracken Trauertag" ernennen?
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 04. Dezember 2004, 13:09:
 
Ihr seid gemein
 
erstellt von Kassandra (Benutzer # 142) am 04. Dezember 2004, 22:26:
 
Das merkst du jetzt erst? Du kennst uns doch lange und gut genug. Hüte dich vor uns. [Ha!]
 
erstellt von T.N.T. (Benutzer # 110) am 05. Dezember 2004, 01:38:
 
Zitat:
Original erstellt von Hank:
Ihr seid gemein

Du aber auch [Winken]
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 05. Dezember 2004, 10:46:
 
Wieso, TNT?
Bloß weil ich den Güterschuppen ganz vielleicht schöner finde, als eine Straße?
Ich komm ja selbst aus einer Eisenbahnerfamilie, da tut mir das schon ein bißchen leid.

Oder wolltest du einen von deinen gefürchteten Witzen machen ? [Breites Grinsen] [Breites Grinsen]
 
erstellt von T.N.T. (Benutzer # 110) am 06. Dezember 2004, 06:18:
 
Nein, das war eher allgemein gehalten und bezog sich nicht explizit auf diese Geschichte [Winken]
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 22. Dezember 2004, 12:53:
 
 -
Wiehl, 21.12.2004
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 22. Dezember 2004, 13:26:
 
entschuldigt meine fortgesetzte Uninformiertheit, aber was passiert jetzt genau mit dem Gelände, von dem aus Chriss sein Foto gemacht hat?

[ 22. Dezember 2004, 13:28: Beitrag editiert von: Hank ]
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 22. Dezember 2004, 14:22:
 
Zitat:
Original erstellt von Hank:
entschuldigt meine fortgesetzte Uninformiertheit, aber was passiert jetzt genau mit dem Gelände, von dem aus Chriss sein Foto gemacht hat?

 -

Weitere Infos findest du hier...
 
erstellt von Hank (Benutzer # 303) am 22. Dezember 2004, 14:41:
 
Danke Chriss, super Service hier!
 
erstellt von Geld (Benutzer # 1300) am 23. Dezember 2005, 22:31:
 
Sehr geehrter Herr Doktor!

Zitat:
Original erstellt von Dr.Klöbner:
Ich bin fassunsglos. Nicht nur wegen des Konservativen. Ich halte es für eine immense Verschwendung privater Gelder, Postwurfsendungen dieser Art an alle Wiehler Haushalte zu verteilen. Es fällt mir allerdings immer noch schwer, herauszufinden, welche Intention Werner & Co. tatsächlich haben.

Kann man so glaube ich leicht herausfinden:
http://www.gueterabfertigung-wiehl.de.vu/
Ist meiner Meinung nach deutlich und klar geschrieben!
Zitat:

Ständig ist die Rede von historisch wertvollen Gebäuden, Rückbau von Schienen und vergebenen Chancen für einen effektiven Bahnbetrieb. Dafür herhalten muss jetzt sogar das tragische Unglück auf der Weiershagener Autobahnbrücke. Pfui ! Jeder Unfall ist schrecklich, aber unter dem Strich war es ein Unfall, wie er zu tausenden jährlich passiert. Wenn ich an das Eisenbahnunglück in Meschede denke, müsste ich sagen: Bloß weg mit den Schienen ! Das wäre aber ebenso geschmacklos, also lassen wir das.

Nun sind es mittlerweile schon drei Unfälle in letzter Zeit auf oder in der Nähe der A4 geworden. Den Zusammenhang kann nur ein Blinder mit einem Krückstock nicht erkennen.
Muß der nächste Laster in Wiehl-City hochgehen oder muss das Verkehrschaos durch Laster vor ihrer Anbindungsstrasse zu Hause passieren oder haben Sie ihr Haus "verkehrsberuhigt" hingelegt und düsen nur vor anderer Leute Haus mit ihrem "Schlitten".

Zitat:

Die erneute Renaissance des Themas "Leere öffentliche Kassen" scheint der Aufhänger dafür zu sein, dass die Kosten der geplanten städtebaulichen Entwicklung in Wiehl als Hauptargument herhalten müssen. Wie sähe unser Land wohl aus, wenn das Kostenargument in den vergangenen 200 Jahren immer eine Rolle gespielt hätte ? Könnte man den volkswirtschaftlichen Nutzen und die positiven Impulse für unsere Stadt heute bereits in Beträge fassen, käme uns allen die von Herrn Werner - im Übrigen durchaus korrekt dargestellte - Finanzierung der Maßnahme vor, wie eine Portokasse.

Das Kostenargument wälzen doch der Bürgermeister und einige aus der CDU Fraktion aus. Oder habe ich mich da verhört?
Zitat:

Ich möchte daher noch etwas Zeit verwenden, auf die aufheiternden Möglichkeiten einer künftigen Nutzung des Holzschuppens einzugehen, die uns vorgeschlagen wurden:

1. "Mobilitätszentrum": Ein Schlagwort wird hier zum Programm. Was ist ein Mobilitätszentrum ? Handelt es sich nicht eher nur um eine verheissungsvolle Bezeichnung, hinter der sich nur heisse Luft verbirgt ?

Steht eben auf der Homepage der Bürgerinitiative, man muss nur lesen:
Übrigens spricht sich die CDU in anderen Städten für diesen sinnvollen Weg aus. Warum geht das bisher noch nicht in Wiehl?
Mobilitätszentrum Düsseldorf:
http://www.mobil-in-d.net/UNIQ110114633216074116/doc165B.html

Mobilitätszentralen in Deutschland
http://www.mobilitaetsmanagement.nrw.de/infothek/mobilitaetszentralen_deutschland.pdf

Zitat:

2. "Zentrum für den Touristikbereich": Für welche Touristen denn ? Soll da Personal eingesetzt werden ? Wieviele Touristen müssen denn kommen, um eine Vollzeitstelle zu amortisieren ? Wer organisiert das ? Was ist denn breits unternommen ?

3. "Historische Informationen abrufen": Dieses Argument kann doch nur ein Scherz sein. Um Informationen zur Postkutsche und zu Hohlwegen zu bekommen, soll dieser Schuppen stehenbleiben ??? Wieviele Leute benötgen diese Informationen denn kurzfristig, wenn sie zufällig als Touristen in Wiehl anhalten, in der Hoffnung, vielleicht besonders sehenswerten Hohlwegen zu begegnen ? 20 ? 30 ? 100 ? Hält jemand höhere Zahlen für möglich ? SOllen die Auskünfte etwas kosten ? Wer stellt das Personal ?

Hat die Stadt Wiehl niemand, der bereits jetzt für Tourismus zuständig ist? Kostet es etwas, diesen Menschen, statt in der Ferne im Rathaus, dorthin zu setzen?
Aber sie wollten doch nicht von Kosten reden...
Wat denn nu?

Zitat:

4. "Fahrräder ausleihen": Das könnte es doch sein. Wir starten einen bundesweiten Werbefeldzug: "In Wiehl könnt Ihr Fahrräder am Bahnhof ausleihen." Ich gehe davon aus, dass der Erfolg dazu führen wird, dass der Holzschuppen einem Hotel weichen muss, damit wir den zahlreichen Touristen Quartier bieten können.

Eben deshalb will offensichtlich der Wiehler Bürgermeister aus der Wiehltalbahn eine Fahrradstrecke machen.....
Ob der nicht auf den Herrn Doktor gehört hat, oder geht es da um was anderes?
Ansonsten, was geht woanders:
http://www.verkehrsverein-warendorf.de/urs.php3?s=7339&cat=139&yourid=none
Zitat:

5. Jetzt kommts: "Reisegeschäfte tätigen": Was ist denn "Reisegeschäfte tätigen" ? Proviant kaufen, oder Fahrkarten, oder nur Beratung ? Fremdenführer mieten, oder eine Kreuzfahrt buchen, oder ist gar der Gang zur Toilette gemeint ? Möglicherweise reicht auch hier meine Phantasie wieder einmal nicht aus.

An der Erkenntnis würde ich ernsthaft dranbleiben!

Falls aber nichts kommt. Guckst Du hier:
Google, Stichworte: Fremdenverkehr, Radstation, Mobilitätszentrum
Zitat:


6. "Einladende Wartehalle für Reisende": Alle, die bisher in Wiehl auf ihre Anschlusszüge oder -flüge warten mussten, die zahlreichen Fahrgäste des ÖPNV, die auf die Weiterfahrt warteten, die Wanderer, die auf dem Weg von Köln ins Sauerland waren und die erschöpften Autofahrer, die am Bahnhof in Wiehl Kurzweil und Erholung herbeisehnten können sich dann in eine einladende Wartehalle setzen - Wiehl wird berühmt. Alle bisherigen Neider werden viel Spass dabei haben !

Da werben wir lieber für eine Tropfsteinhöhle und eine Achsenfabrik...

Nur nicht weiterdenken ....
Zitat:


7. "Snackbereich": Vielleicht gelingt es uns, Mc Donalds oder Burger King zu gewinnen, vielleicht sogar Feinkost Käfer. Denn ansonsten verbinde ich den Begriff Snackbereich unweigerlich mit teuren Brötchen zu unmöglichen Öffnungszeiten.


Wohl noch nie in Wiehl gewesen? Könnte es vielleicht sein, dass die Wellblechpommesbude in der renovierten Güterabfertigung ein ästhetischeres Zuhause hätte...

Zitat:


8. "Güterumschlagplatz": Die Hoffnung stirbt zuletzt ! In Zeiten von "Just in Time"-Produktion und der Ausrichtung unserer Bahn auf Wirtschaftlichkeit kann ich mich nur wiederholen: Kein Güterwagen wird jemals wieder in Wiehl beladen werden.

Und er wurde doch, trotz der vielen "Steine" aus dem Wiehler Rathaus. Die Realität ist halt manchmal eine andere.Guckst Du hier:
http://www.oberberg-aktuell.de/show-article.php?iArticleID=43950&exthov=0512231040
Oder hier:
http://www.wiehltalbahn.de/trafo1.html
Zitat:

9. "Kulturzentrum": Auch wieder so ein Begriff, der Effektivität vortäuschen soll. Hierzu habe ich mich bereits ausführlich geäussert. Neu ist allerdings die Aussage von Werner & Co., dass es Interessenten hierfür zu geben seint ? Gibt es sie nun, oder nicht ? Wozu und wer ? Trägt er die Kosten ?

Vielleicht die Bürgerinitiative einfach mal fragen....

Zitat:


Das Thema wird uns wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ich bin auf die ersten Argumente gespannt, die Sinn machen und nicht den faden Beigeschmack von profillierungssüchtigen und ewig Gestrigen haben.

Damit soll es für heute genug sein.

MfG
Dr.Klöbner[/QB]

Profilierungssucht, da könnte was dran sein, anders kann ich mir die Sturheit einiger Ratsmitglieder den unsinnigen Kreiselplan mit aller Gewalt durchzuboxen kaum noch erklären.

Schließlich lohnt sich der Kreisel tatsächlich günstigenfalls nach 216 Jahren finanziell, wenn man die Unfallkosten auf den betroffenen Straßen in der Stadt in der sagenhaften Höhe von 8823 Euro in 45 Monaten in Beziehung zum Baupreis von 516000 Euro setzt.
Von der Schaffung von zwei neuen Unfallschwerpunkten einmal abgesehen.

Und nun möchte der Bürgermeister auch noch die Wiehltalbahn ganz beseitigen, öffentliches Gut wie die intakten Bahnanlagen zerstören, nur um die Folgekosten eines Bahnüberganges zu vermeiden für den es keine sinnvolle Begründung gibt!!
Eine für den Steuerzahler teure Provinzposse wenn das durchgeht....
 
erstellt von Miss_Sunflower (Benutzer # 298) am 24. Dezember 2005, 23:26:
 
zu der sache mit dem tourismus:

wir haben doch einige touristen hier...auch wenn ma nes nicht glaubt. es gibt genug klassen, die ihre klassenfahrten hier hin machen...
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 02. Januar 2006, 22:20:
 
Hallo Geld,

sehr viel Mühe für ein interessantes und spannendens Thema - Respekt und Anerkennung !

Es gibt Menschen, die man als "ewig Gestrige" bezeichnet, dazu gehören Sie sicherlich nicht. Allerdings kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass in dem durchaus imposanten Rezitativ, ein geringfügig trotzendes Schwelgen in den "alten Zeiten" Einzug gehalten hat. Allerdings auch unrealistische Vergleiche und verdrehte Aussagen, und da wären wir auch schon wieder beim Thema.

Um es nochmals und eindeutig herauszustellen: ich bin kein Gegener der Bahn, ganz im Gegenteil. Aber wir machen uns etwas vor, wenn wir davon ausgehen, dass wir mit der Wiehltalbahn eine leistungsstarke Schienenverbindung vor unserer Türe haben. Als Steine und Holz benötigt wurden, es kaum PKW´s und Lastkraftwagen gab, Telefone gerade erst erfunden waren und in unserem Oberbergischen die ersten Lichter angingen, hat man diese Strecke - aus Sicht der verantwortlichen Eisenbahndirektion - nicht ganz willig gebaut.

Die Transportzahlen besonders für Steine haben der Wiehltalbahn überhaupt erst einen "Erfolg" gebracht. Im Personenverkehr konnte niemals ein Gewinn erwirtschaftet werden. Wie auch ? Im Einzugsgebiet der Wiehltalbahn wohnen so viele Menschen, wie in Düsseldorf, Köln oder anderswo in einer Straße bzw. einem Veedel. Unser Oberbergischer Süden wurde nicht ohne Grund liebevoll "Haferspanien" genannt.

Hier war bis zum Bahnbau nichts und allmählich ist hier wieder nichts. Mit einem Augenzwinkern habe ich den Bericht über den Holztransport am 4. Mai 2005 angeklickt. Wow ! Oder besser: war das alles ? Wo sind die Folgeaufträge ? Selbst wenn jeden Tag ein solcher Zug abgefertigt werden würde, reichte das doch nicht aus. Übrigens finde ich diese bonbonfarbene Lokomotive überaus gelungen - da kommt mir doch eine Idee für die Kleinkünstler ... ;-).

Dieser ganze Transport hatte ohnehin für Dritte den Beigeschmack einer gefakten Aktion zur Rettung der Wiehtalbahn. Wobei ich nicht meinem Nachbarn glaube, der davon ausgeht, dass man das Holz nachher wieder zurückbringen musste.

Den Trafotransport als einmalige Angelegenheit klammere ich aus.

Da wird doch von "Geld" wieder der Vergleich zur Autobahnbrücke in Weiershagen gebracht und gleich wieder Ängste geschürt. Ein klassisches Stilmittel von schlechten Verkäufern. Hierauf lasse ich mich auch nicht weiter ein. Selbstverständlich ist die Bahn eines der sichersten Verkehrsmittel, aber wer soll das bezahlen ? Vor allem: für wen ?

Wir sollten doch die Kirche mal im Dorf lassen (und nicht den Holzschuppen - kleiner Scherz !). Es werden hier Vergleiche gezogen zu einem Mobilitätszentrum in Düsseldorf. Dem "Schreibtisch des Ruhrgebiets" mit einer Häufung von Städten in unmittelbarer Nähe, so dass einem selbst Straßenkarten in größtem Maßstab manchmal kaum helfen, das Gesuchte zu entdecken. Natürlich macht hier ein Mobilitätszentrum Sinn. Auch die Fahrrad-Idee gerade in Warendorf - ich bitte Sie also wirklich. Wir bauen doch auch keinen Strand in Wiehl und weisen auf erfolgreiche Projekte in Mecklenburg-Vorpommern hin, oder ?

Alle gemachten Vorschläge machen an den verschiedensten Orten auf der Welt ganz bestimmt einen Sinn. Wir haben eine herrliche Landschaft hier, einige lokale Highlights und einige Prestigeunternehmen, aber das war es dann auch. So weh es einem auch tut, in den nächsten Jahren werden wir uns ohnehin darauf einstellen können, dass unser geliebtes "Haferspanien" wieder zu dem wird, was es einst war: eine dünn besiedelte, unwirtschaftliche Gegend.

Fortsetzung folgt (aus Zeitgründen !)

MfG
Dr. Klöbner
 
erstellt von chriss (Benutzer # 44) am 25. April 2006, 13:41:
 
 -
Wiehl, 21.04.2006
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 25. April 2006, 14:02:
 
Jetzt kann man es doch ganz genau sehen auf dem Foto von Chriss. Der alte Bretterschuppen hätte doch extrem die Bauarbeiten an dem neuen Kreisel behindert.

MfG
Dr.Klöbner
 
erstellt von Birgit (Benutzer # 4) am 25. April 2006, 14:44:
 
Und die Gleise schneiden sie auch einfach so ab.... tztz.... [Winken]
Meiner Meinung nach gibt es ein bisschen viele Kreisel im inneren Ortskern von Wiehl... Da kriegt man ja den Drehwurm [Breites Grinsen]
 
erstellt von Dr.Klöbner (Benutzer # 1000) am 25. April 2006, 21:35:
 
Man könnte aber auch sagen: Hier geht´s rund !

MfG
Dr.Klöbner
 


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